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National

Staatsanwalt fordert dreieinhalb Jahre Haft für Valentin

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 02. Juni 2016
Quelle: imago

Der Prozess gegen zwei Werder-Ultras vor dem Bremer Landgericht neigt sich dem Ende entgegen. Gestern hielten Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Schlussplädoyers. Ein Urteil wird am 29. Juni erwartet. 

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Wie die Kreiszeitung berichtet, sieht die Staatsanwaltschaft im Prozess gegen die antifaschistischen Ultras Valentin S. und Georg S. alle Anklagepunkte als erfüllt an. Sie betrachtet Valentin in sieben Fällen der gefährlichen Körperverletzung und in einem der versuchten räuberischen Erpressung in Tateinheit mit Diebstahl schuldig und fordert daher eine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren ohne Bewährung.

Für Georg S. fordert der Staatsanwalt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und fünf Monaten. Die Verteidigung plädiert hingegen auf Freispruch für Georg und fordert für Valentin eine Bewährungsstrafe. Das Urteil, mit dem manch einer schon am Mittwoch gerechnet hatte, wird nun für den 29. Juni erwartet. Valentin muss damit für vier weitere Wochen in Untersuchungshaft.

Valentin wird unter anderem vorgeworfen, beim Nordderby der vergangenen Saison gegen den Hamburger SV in Bremen gemeinsam mit weiteren Ultras einen Bremer Hooligan massiv getreten und geschlagen sowie mit einem Blumenkübel beworfen zu haben. In den letzten Monaten war Valentin zu einer Art Symbol für die Auseinandersetzung zwischen linken Ultras und rechten Hooligans sowie staatlichen Repressionen geworden. Unter dem Motto „#freeValentin“ gab es zahlreiche nationale und internationale Solidaritätsbekundungen antifaschistischer Fanszenen.