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National

Spielmanipulation in der Regionalliga mit Hilfe der Zuschauer?

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 26. Mai 2014
Quelle: imago

Es sind schwere Vorwürfe, die die SpVgg Bayern Hof gegen den FC Schweinfurt vorbringt: Demnach soll eine Spielunterbrechung, die die „Schnüdel“-Fans beim letzten Saisonspiel der Regionalliga Bayern mit dem Einsatz von Pyrotechnik provoziert haben, alles andere als unbedacht gewesen sein. Es geht um Spielmanipulation. Bayern Hof hat Anzeige erstattet.

Die Konstellation war, wie das letzte Spieltage an sich haben, nicht ganz unkompliziert, daher konzentrieren wir uns auf das Wesentliche: Sowohl für Schweinfurt als auch für den Gegner aus Heimstetten ging es noch gegen den Abstieg. Die Erfolgsaussichten waren jedoch sehr stark vom Ausgang der anderen, zeitgleich angesetzten Partien abhängig.

Für Schweinfurt war ohnehin nur mit einem Sieg noch das Erreichen des Relegationsplatzes möglich. Als der FCS also nach 85 Minuten den Treffer zum 1:3 kassierte, schien alle Hoffnung dahin. Fans der Schweinfurter sorgten mit dem Zünden mehrerer Böller daraufhin für eine Spielunterbrechung. Während dieser „Auszeit“ gingen die anderen Partien regulär zu Ende und – siehe da – Gegner Heimstetten war plötzlich gesichert.

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Für Euphorie- oder Motivationsschübe sorgte das bei den Gästen offensichtlich nicht mehr. In der äußerst knapp bemessenen Restspielzeit gelang den Gastgebern durch drei Tore in der 90., 92. und 93. Spielminute tatsächlich noch ein spektakulärer 4:3-Sieg.

Schweinfurt spricht von einem Wunder, Bayern Hof von Betrug

Eine winzig kleinen Tick weniger erfreut als Schweinfurt war die Spielvereinigung Bayern Hof über dieses Spektakel. Denn, wie das so ist, musste für Schweinfurt auch ein Team den Relegationplatz räumen. Man ahnt es: Bayern Hof war der unmittelbar Benachteiligte des Schweinfurter Kunststücks. So leicht will sich der nun eigentlich als Absteiger feststehende Klub aber nicht abservieren lassen. Präsident Rainer Denzler hat Anzeige wegen des Anfangsverdachts der Spielmanipulation erstattet.  Zudem behauptet er in dem Schreiben, dass beim Stand von 1:3 3.000 Euro auf einen Sieg des FC Schweinfurt platziert worden seien. Bei einer Gewinnqoute von 300 sprechen wir also über einen Gewinn von 900.000 Euro.

Wie der Bayrische Rundunk berichtet, konnten die Kontrolleure von „betradar“ einen entsprechenden Anfangsverdacht allerdings nicht bestätigen. Ob sie Hof die Bayernliga damit schmackhaft gemacht haben, oder tatsächlich ein juristisches Nachspiel droht, bleibt abzuwarten.