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National

Spahic-Transfer wirft Fragen auf

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 07. Juli 2015

Emir Spahic, dessen Vertrag bei Bayer Leverkusen wegen einer Auseinandersetzung mit den Ordnungskräften aufgelöst wurde, wird in der kommenden Saison für den Hamburger SV spielen. Die Personalie wirft nun einige Fragen auf.

Das Fehlverhalten des Spielers hatte kein Stadionverbot, allerdings eine Geldstrafe und eine Spielsperre zur Folge. Via Facebook hat sich nun ein User unmittelbar an den HSV gewandt, und die Hintergründe dieser „zweiten Chance“ für den Innenverteidiger zu besprechen.

User „Patrick Grü“ fragte die Hamburger daher ganz direkt:

Lieber HSV,

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heute möchte ich euch mal eine Frage stellen. Am vergangen Wochenende habt ihr die Verpflichtung des Spielers Spahic bekannt gegeben. Nun wurde die Verpflichtung bereits Medial kontrovers diskutiert und auch in den sozialen Medien scheiden sich die Geister an der Verpflichtung.

Spahic hat, wie jeder mitbekommen hat, so der Vorwurf, zusammen mit Freunden diverse Ordner angegriffen und die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn. Nur mal nebenbei, wäre Spahic ein Fan und der Ordner ein Polizist gewesen, wir hätten wieder eine aufgeheizte Sicherheitsdebatte gehabt und Spahic würde längst im Knast sitzen. Nun hat der HSV sich dennoch zu einer Verpflichtung des Spielers entscheiden. Wohl auch mit dem Verweis, dass jeder einen zweite Chance verdient hat. Ich begrüße dieses außerordentlich, weil jeder in seinem Leben mal einen Fehler macht. Zumal der Spieler ja noch nicht mal strafrechtlich verurteilt wurde.

Meine Frage geht jedoch in eine ganz andere Richtung, wenn der HSV bereit ist einer Person, die andere Personen offensichtlich verletzt hat weil ein Ordner seiner Arbeit nachgekommen ist, wäre es dann nicht auch fair den Fans und allen anderen die selbe Chance und die selbe Behandlung zukommen zu lassen? Es geht hier um das Thema Stadionverbote. Wie euch sicherlich bekannt ist, reicht es je nach verein, einen Aufkleber auf einen Wellenbrecher zu kleben um Stadionverbot zu bekommen. Auch bekommt man Stadionverbot, wenn gegen einen Fan ermittelt wird, ob dieser nun wirklich etwas gemacht hat oder nicht, spielt da erstmal keine Rolle.

Es gibt daher unter den Fans diverse Personen, die weder strafrechtlich verurteilt wurden, die weitaus geringere Vergehen begangen haben als der Spieler Spahic oder die ganz einfach draußen bleiben müssen, weil sie zu falschen Zeit am falschen Ort waren. Meine Frage daher: behandelt der HSV alle Menschen gleich, oder sind einige gleicher als andere? Wenn das so wäre müssten zumindest alle „Ersttäter“ ein Stadionverbot auf Bewährung bekommen, und alle HSV Fans deren Schuld nicht bewiesen ist, durften kein Stadionverbot erhalten?

Wie sieht’s also aus lieber HSV? Tut sich da noch was?

Ob die Hamburger eine solche Signalwirkung des Neuzugangs erwartet haben? Wir sind auf eine Reaktion des Klubs gespannt.