Anzeige

Hintergründe

Echte Fründe?

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 17. Oktober 2014
Quelle: imago

Am Samstag steigt in der Bundesliga die Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Dortmund. Zwei Vereine, zwischen denen insbesondere in den letzten Jahren die Sympathien deutlich angestiegen sind. Doch wie freundschaftlich ist dieses Verhältnis wirklich?

Sogar das Maskottchen der Kölner, Geißbock Hennes VIII., ist auf den Zug der Freundschaft zwischen Rheinland und Ruhrgebiet aufgesprungen: Vor etwa einem Monat zog Zwergziege Anneliese aus Dortmund in Hennes´ Gehege im Kölner Zoo.

Und was da zwischen den beiden läuft, ist offenbar sogar mehr als nur Freundschaft: „Erst wollte sie zurück zu den anderen Ziegen, mittlerweile sind Hennes und sie aber sehr innig“, sagt Kurator Bernd Marcordes im Kölner Stadtanzeiger über den Dortmunder Neuzugang. Irgendwie scheint es also zu passen zwischen Dortmundern und Kölnern. Doch woher kommt das eigentlich?

Seit etwa 2008 gibt es Kontakte zwischen Anhängern der beiden Vereine. Gut möglich, dass hier auch die gemeinsame Ablehnung zum anderen großen Revierklub, dem FC Schalke 04, eine Rolle gespielt hat. Besonders intensiv ist die Freundschaft zwischen den beiden Ultragruppen Desperados Dortmund und Boyz Köln. So ist auf der Website der Desperados ein Bild mit den Logos der beiden Vereine und dem Schriftzug „Wir für euch! Ihr für uns!“ zu sehen. Als nach dem Platzsturm in Mönchengladbach insbesondere die Boyz Köln vom Verein dafür verantwortlich gemacht wurden, solidarisierten sich BVB-Ultras mit einem „Je suis Boyz Köln“-Banner.

Anzeige

Kevin Großkreutz: BVB- und FC-Fan

Besondere Beachtung wurde dem Verhältnis zwischen Dortmund und Köln aber insbesondere durch Kevin Großkreutz zuteil. Kaum ein aktiver Fußballprofi ist wohl gleichzeitig auch so sehr Fan wie der Ur-Borusse. Doch Großkreutz ist nicht nur dem Klub seiner Geburtsstadt Dortmund hemmungslos verfallen. Auch für den 1. FC Köln schlägt sein Herz. Wenn es die Zeit zulässt, besucht Großkreutz sogar Spiele der Kölner, wie zuletzt das Derby gegen Borussia Mönchengladbach.

In einer Medienrunde sprach der Dortmunder über seine Symptathie zum FC: „Ich kenne viele Fans, Verantwortliche und Spieler. Ich kenne auch die Fan-Lieder, und wenn ich im Stadion bin, singe ich sie mit. Die Atmosphäre beim Einlaufen ist besonders gut. Ich bin Fan vom FC!“ So richtig ins Herz schlossen die Kölner Anhänger Großkreutz im Oktober 2011, als dieser nach einem 5:0-Heimsieg seines BVB über den 1. FC Köln mit den angereisten FC-Fans die Welle machte. Angefangen hat alles jedoch schon weit früher: Durch Freunde von Großkreutz in der aktiven Dortmunder Fanszene kam es zu ersten Kontakten mit befreundeten FC-Anhängern.

Während es auf Ultra-Ebene also schon länger eine freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Vereinen gibt, sorgte der 32. Spieltag der Saison 2010/2011 schließlich dafür, dass eine weitaus größere Masse an Fans sich gegenseitig  Sympathien bekundet. Während Borussia Dortmund zu Hause mit 2:0 gegen den 1. FC Nürnberg gewann, setzten sich die Kölner zeitgleich im rheinischen Derby mit 2:0 gegen Bayer Leverkusen durch und machten den BVB somit vorzeitig zum deutschen Meister.

Aus Dankbarkeit schallte es durch den ganzen Signal-Iduna-Park: „Erster Fußballclub Köln“. Und in der Domstadt sangen die Kölner aus Freude, den Leverkusenern die letzte Chance auf die Meisterschaft genommen zu haben, hämisch: „Deutscher Meister wird nur der BVB!

Auf Seite 2: 60.000 Freundschafts-Fans und viele Gemeinsamkeiten.