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National

„Selbstgerechte Sicht unserer Kollegen aus Mönchengladbach“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 23. September 2014

Eigentlich steht schon der nächste Spieltag vor der Tür, aber die Ereignisse rund um das Rheinderby beschäftigen beide Klubs noch immer so sehr, dass man meinen könnte, das Duell zwischen Köln und Gladbach sei noch nicht mal abgepfiffen. Nachdem das Gladbacher Fanprojekt den Diebstahl eines Zaunsichtschutzes am Fanprojekt als Tabubruch getadelt hat, kontert das Kölner Fanprojekt die Vorwürfe nun mit einer eigenen Stellungnahme.

Darin unterstützt es zwar ausdrücklich die Reaktion des Vereins, der die gewalttätigen Auseinandersetzungen rund um das Spiel scharf kritisiert hatte, unterstellen dem Gladbacher Fanprojekt aber eine „selbstgerichte Sicht“ der Dinge.

Kein Verständnis habe man vor allem für die Kritik an der Fanchoreographie, auf der ein abgeschlagener Fohlenkopf in der Kralle des Kölner Stadtadlers zu sehen war. Die Darstellung mute zwar „martialisch“ und „provokant“ an, sei allerdings „absolut im Rahmen einer verbalen und visuellen Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Fans.“ Zudem hätten auch die Gladbacher bereits etwa das Logo der „Wilden Horde“ mit einer Kopfwunde und einen blutigen, zerfetzen Geißbock präsentiert.

Ferner solle Gladbach angesichts von Überfällen auf den Jahnwiesen und einer Halle, in der die Kölner Choreographie vorbereitet wurde, „vor der eigenen Haustüre kehren, so wie wir es in Köln seit dem Abstieg 2012 intensiv tun.“

Nachfolgend die Stellungnahme des Kölner Fanprojekts im Wortlaut:

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Das Derby der Hinrunde ist vorbei und es gab auf dem Platz keinen Sieger. Ein wenig als Verlierer können sich allerdings die FC-Fans fühlen, denn die Ausschreitungen am Rande des Spiels finden wieder erheblichen Raum in den Medien und zeichnen ein öffentliches Bild, welches mit unserer Wahrnehmung der Fangemeinschaft aktuell so wenig zu tun hat.

Wir stimmen der Stellungnahme des 1. FC Köln zu den Vorfällen in jedem Wort zu. Wer bei FC-Spielen aktiv Gewalt sucht, bewegt sich außerhalb unserer Gemeinschaft. Auch das unsägliche „Abziehen“ von Fanartikeln und Fahnen gegnerischer Mannschaften geht aus unserer Sicht nicht und sollte unterbunden werden! Das dies die Positionen des Fan-Projekts sind, ist nicht neu. Leider sind wir immer wieder gezwungen, auch den Letzten erneut daran zu erinnern.

Was wir ein wenig bedauern, ist die selbstgerechte Sicht unserer Kollegen aus Mönchengladbach. Hier wird das Verhalten der Südtribüne, insbesondere das Motiv der Tribünenchoreo angeprangert.

Natürlich mutet der abgerissene Fohlenkopf in der Kralle des Kölner Stadtadlers martialisch und provokant an. Aus unserer Sicht bleibt diese Darstellung allerdings absolut im Rahmen einer verbalen und visuellen Auseinandersetzung zwischen rivalisierenden Fans. Wir möchten gar nicht daran denken, was unserem Geißbock Hennes in Darstellungen und/oder Gesängen schon alles widerfahren ist … Wir haben dies stets mit der Fußballfans im Allgemeinen und Kölnern im Besonderen eigenen Portion Selbstironie und sportlich genommen. Dabei verweisen wir auch auf eine Choreo der Gladbacher im Jahr 2007.  Das Motiv zeigte damals das Logo der „Wilden Horde“ mit blutiger Kopfwunde und einen zerfetzten, blutigen Geißbock. Nicht schön, aber nicht persönlich genommen …

Wir möchten den Kollegen bei der Borussia empfehlen, angesichts des Angriffs einer Gruppe Gladbacher auf den Jahnwiesen (Zu diesem  Zeitpunkt trainierten dort übrigens die Kinder der Heinz-Flohe-Fußballschule!) und dem Überfall auf die Halle, in der die Choreo vorbereitet wurde, zunächst vor der eigenen Haustüre zu kehren, so wie wir es in Köln seit dem Abstieg 2012 intensiv tun.

In eigener Sache möchten wir unserem Gästefanbetreuer Reinhard gute Besserung wünschen. Er wurde vor dem Spiel von einer Glasflasche am Kopf getroffen und verletzt. Lieber Reinhard, wir hoffen, dass Du mit  einem Schrecken davongekommen bist und freuen uns, wenn Du beim nächsten Heimspiel mit Deiner gewohnt positiven Art wieder bei uns im Stadion bist.

In dem Sinne: Bleibt ordentlich! Am Mittwoch steht der Sport wieder im Vordergrund. Scream for our team!