Anzeige

National

Schwere Vorwürfe gegen die Polizei Hannover (Update mit Video!)

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. Mai 2014
Quelle: imago

Es war zu erwarten, dass die Darstellung der Polizei von ihrem Einsatz in der Hannoveraner Nordkurve nicht unwidersprochen bleibt. Die Fanhilfe Hannover hat nun ihrerseits eine Stellungnahme zu den Vorfällen beim Heimspiel gegen den SC Freiburg verfasst. Ähnlich wie schon bei den Vorfällen auf Schalke und in Hamburg wirft offenbar auch dieser Polizeieinsatz einige Fragen auf.

Unstrittig ist, dass ein Banner gegen Hannovers Präsidenten Martin Kind, das Freiburger Fans präsentiert hatten, eine offene Kontroverse in Hannovers Fankurve ausgelöst hat. Während Teile des Unterrangs mit Sprechchören gegen Kind antworteten, sei dies von den umliegenden Blöcken mit „Beschimpfungen, Gesten und diversen Becherwürfen“ beantwortet worden. „Zudem versuchten einzelne Personen aus dem Unterrang in den Oberrang zu gelangen“, heißt es in dem Schreiben. „Daraufhin positionierten sich behelmte Polizisten überhalb des Oberrangs, was dazu führte, dass die Fans aus den Blöcken N16/N17 das Stadion verlassen wollten. Die Treppenabgänge wurden dabei allerdings durch die anwesenden Beamten versperrt. Aufgrund des zunehmenden Drucks von Hinten und damit einhergehenden Platzmangels wurden einzelne Fans in die Polizeiabsperrung gedrückt, woraufhin sie durch massiven Einsatz von Schlagstöcken und Pfefferspray zurückgedrängt wurden. Im Zuge dessen kam es zu vereinzelten Würfen von Gegenständen auf die eingesetzten Beamten.“

 

Anzeige

Durch den Polizeieinsatz sollen mehrere Personen verletzt worden sein, was bereits dem Polizeibericht zu entnehmen war. Darin war allerdings nicht die Rede davon, dass eine Frau von Beamten geschubst worden, daraufhin eine Treppe hinuntergefallen und dabei sogar kurzzeitig das Bewusstsein verloren haben soll, wie die Fanhilfe nun berichtet. Neben diversen Platzwunden und Verletzungen durch Pfefferspray hätten zudem zwei Fans Knochenbrüche davongetragen.

 „Zum jetzigen Zeitpunkt stehen weder Hintergründe für den unverhältnismäßigen Einsatz, noch die endgültige Verletztenzahl fest“

„In der Nachschau bleibt fraglich, weshalb die Polizei den wie gewohnt statt findenden Abfluss der Fanströme aus dem Oberrang blockiert hat. Anstatt auf die sich dadurch anstauenden Massen deeskalierend einzuwirken, wurde die Lage durch den unverhältnismäßigen Einsatz der Beamten weiter zugespitzt. Zum jetzigen Zeitpunkt stehen weder Hintergründe für den unverhältnismäßigen Einsatz, noch die endgültige Verletztenzahl fest“, schreibt die Fanhilfe. Ferner fordert sie alle Betroffenen auf, sich Verletzungen durch einen Arzt attestieren zu lassen. Für den Fall, dass Ermittlungsverfahren eingeleitet oder Stadionverbote ausgesprochen werden, sollten die Betroffenen einen Rechtsbeistand konsultieren oder die Fanhilfe kontaktieren.

Die Fanhilfe Hannover fordert ferner den Verein als auch die Polizei Hannover auf, die Vorfälle lückenlos und transparent aufzuarbeiten. Nach den Verwerfungen zwischen dem Bundesligisten und vielen Fans dürften die von ihrem Klub auch in dieser Hinsicht jedoch nicht mehr allzu viel erwarten.