Anzeige

International

Schwere Ausschreitungen bei Derby in Kairo

Autor: Zienau Veröffentlicht: 09. Februar 2015

Am Sonntagabend ist es in Kairo zu schweren Krawallen und Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans und Sicherheitskräften gekommen. Das Ganze geschah im Umfeld des Derbys zwischen dem Zamalek SC und des ENPPI Clubs. Berichten von Al Jazeera zufolge kamen insgesamt 40 Menschen ums Leben, weitere 30 wurden zum Teil schwer verletzt. Der Ligabetrieb wurde vorerst ausgesetzt.

Grund für die Toten und Verletzten war eine Massenpanik, die ausbrach als die Fußballfans von Zamalek SC das Stadion betreten wollten. Die Ursache für diese Panik ist jedoch unklar. Beide Seiten beschuldigen den jeweils anderen, die Schuld an der Tragödie zu tragen. Laut Polizei versuchten tausende Fußballfans, darunter Anhänger der Ultra-Gruppierung „White Knights“, gewaltsam das Stadion zu stürmen. Tickets besaßen sie wohl keine. Gleichzeitig hätten sie dem Mannschaftsbus des Zamalek SC die Anfahrtswege zum Stadion blockiert, woraufhin die Polizei gezwungen gewesen wäre einzugreifen und Tränengas einsetzen um die Situation zu entschärfen.

Ganz anders sehen es die Ultras von Zamalek SC. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegenüber Polizei und Sicherheitskräften. So hätte für alle ansträmenden Fans nur ein einziger, mit Stacheldraht umgebener Eingang zur Verfügung gestanden, der kurz darauf auch noch verlegt wurde. Als trotzdem von hinten weitergeschoben wurde, hätte die Polizei umgehend Tränengas und Schrotmunition gegen die Fans eingesetzt.

Anzeige

Was auch immer die Ursache war, bei der anschließenden Panik wurden, laut Al-Jazeera, bis zu 40 Menschen getötet. Andere Quellen sprechen von 20-30 Toten.  Todesursache war bei den meisten Opfern Sauerstoffmangel. Viele wiesen zudem Quetschungen und Knochenbrüche auf. In der darauf folgenden Straßenschlacht zwischen Fans und Polizei waren nach Angaben der Polizei bis zu 6000 Menschen beteiligt.

Als Reaktion auf den Vorfall wurde der weitere Betrieb der ägyptischen ersten Liga, der Egyptian Premiere Peague, bis auf weiteres ausgesetzt. Der Vorfall erinnert an die Ausschreitungen von 2012. Damals waren in Port Said 72 Menschen, bei einer Straßenschlacht zwischen zwei Fanlagern, getötet worden. Als Reaktion darauf wurden die Rechte von Fußballfans stark beschränkt.