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National

Schwere Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Uerdinger Fans

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 11. Mai 2015

Am Rande des Regionalligaspiels zwischen Rot-Weiss Essen und dem KFC Uerdingen ist es am Freitagabend offenbar zu mehreren Zusammenstößen zwischen vor allem Uerdinger Fans und der Polizei gekommen. Ein Krefelder Anhänger musste mit einer Kopfverletzung ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Insgesamt 160 Fans aus Uerdingen, unterstützt von „Risikofans“ aus Venlo und Graz, hat die Polizei in einem Zug vom Krefelder zum Essener Hauptbahnhof gezählt. Einer der Personen soll während der Fahrt einen Beamten der Bundespolizei beleidigt haben. Bei der anschließenden Personalienfeststellung während des Umstiegs im Duisburger Hauptbahnhof hätten sich andere Fans mit dem Verdächtigen solidarisiert und die Polizisten mit Glasflaschen und anderen Gegenständen angegriffen – zwei Polizisten wurden am Kopf verletzt. Die Beamten ihrerseits setzten nach eigenen Angaben Pfefferspray und Schlagstöcke ein.

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Nachdem ein Uerdinger Anhänger zunächst die Notbremse betätigt haben soll und somit die Fahrt für 40 Minuten unterbrach und einem weiteren Umstieg in Mülheim wollten die Bundespolizisten am Essener Hauptbahnhof schließlich die Personalien von 55 weiteren Krefelder Fans feststellen. Dabei sollen erneut Glasflaschen auf die Einsatzkräfte geflogen sein. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.

Auch die Abreisephase verlief augenscheinlich nicht ganz reibungslos. Erstaunlich wirkt vor allem die Darstellung der Polizei, dass ein 52-jähriger Mann bei einem Angriff auf Polizisten im Essener Hauptbahnhof „zu Boden gegangen“ sein soll und sich dabei offenbar so schwere Kopfverletzungen zuzog, dass er in eine Essener Klinik eingeliefert werden musste. Auseinandersetzung gab es offenbar auch zwischen einem Hundeführer und mehreren Fans, die schließlich mit Hilfe weiterer Hunde, Schlagstock und Pfefferspray zurückgedrängt wurden. Weiterhin ist von Scharmützeln die Rede, die sich im Gleisbett am Essener Hauptbahnhof ereignet haben sollen. Krefelder Fans sollen versucht haben, auf ein gegenüberliegendes Gleis zu gelangen, auf dem sie Essener Fans ausgemacht hatten. Diese sollen wiederum ebenfalls Einsatzkräfte der Polizei attackiert haben, ein Bundespolizist sei dabei von einem Fan getreten worden und ins Gleisbett gestürzt. Die betroffenen Gleise wurden zwischenzeitlich für den Zugverkehr gesperrt.

Insgesamt führte die Bundespolizei 85 Identitätsfeststellungen durch, erteilte 182 Platzverweise und leitete 18 Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung, Missbrauch von Nothilfeeinrichtungen (Notbremse), Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, Widerstand und Landfriedensbruch ein.