Anzeige

International

Schweiz droht Schalker Fans mit Online-Pranger

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 12. Mai 2014
Quelle: imago

Dass man sich in der Schweiz bisweilen leichter mit schlechten Entscheidungen tut als andernorts, ist in den letzten Monaten hinreichend dokumentiert worden. Nun beschreiten die ermittelnden Behören auch bei der Identifizierung von Verdächtigen in Zusammenhang mit Ausschreitungen beim Fußball neue Wege.

Anzeige

Betroffen sind davon zunächst Fans des FC Basel und des Bundesligisten FC Schalke 04. Beim Champions-League-Spiel des Schweizer Tabellenführers gegen die Gelsenkirchener war es zu Ausschreitungen gekommen, bei denen mehrere Personen leicht verletzt wurden. Einige Täter haben die Behören inzwischen identifiziert, bei anderen tappen sie noch im Dunkeln.

Um die weiteren Verdächtigen dingfest zu machen, setzt die Polizei den Betroffenen nun die Pistole auf die Brust. In drei Stufen soll der Druck auf die Unbekannten empfindlich erhöht werden. Wer sich bis zum 26. Mai den Behörden  zu erkennen gibt, darf damit rechnen, dass sein Bild nicht öffentlich gemacht wird. In der zweiten Stufe sollen die Bilder der Gesuchten verpixelt ins Internet gestellt werden. Sollten die Personen sich noch immer nicht zu erkennen geben, sei schließlich sogar geplant, die Aufnahmen der Verdächtigen unverpixelt zu veröffentlichen. Von der Maßnahme dürften also auch Fans des FC Schalke 04 betroffen sein.

Bereits 2010 hat die Staatsanwaltschaft diese Methode angewendet. Nach Ausschreitungen beim Pokalspiel zwischen Basel und Zürich konnten so 17 gesuchte Personen ermittelt werden, allerdings stellte sich nicht ein Tatverdächtiger selbst.