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International

Schweizer Polizei patzt am Online-Pranger

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 29. September 2015
Quelle: imago

Am Montag veröffentlichte die St. Gallener Polizei unverpixelte Fotos von sieben Fans des FC Basel. Sie sollen beim Auswärtsspiel beim FC St. Gallen am 15. März an Ausschreitungen beteiligt gewesen sein. Das Problem: Einer der Gesuchten hatte sich bereits vorher gestellt, sein Bild hätte nie veröffentlicht werden dürfen

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Schon länger kritisieren Datenschützer die Schweizer Methode der Internet-Fahnung. Dabei werden zunächst verpixelte Fotos von mutmaßlichen Fußball-Gewalttätern veröffentlicht. Die gesuchten Personen haben dann eine Woche Zeit sich bei der Polizei zu melden. Tun sie dies nicht, werden die Bilder im Internet dann unverpixelt gezeigt.

Bei dem nun vorliegenden Fall hatten sich zwei Basler Fans nach der Veröffentlichung zehn verpixelter Bilder der Polizei gestellt. Wie die Aargauer Zeitung berichtet, löschten die Beamten daraufhin jedoch versehentlich ein falsches Foto – und zeigten das unverpixelte Bild des Fans, der sich bereits gestellt hatte.

„Das Problem ist auch, dass sich alle gefahndeten Personen ähnlichsehen“, versuchte Staatsanwaltschafts-Sprecher Roman Dobler der Zeitung das Missgeschick zu erklären. Mittlerweile hat die Polizei den Fehler wieder behoben. Dennoch dürfte sie mit diesem Vorfall reichlich Wasser auf die Mühlen der Kritiker des Online-Prangers gegeben haben.