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National

Schon wieder! DFB „neutralisiert“ Anti-Rassismus-Schriftzug

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 23. Juni 2014
Quelle: imago

Eigentlich sollte beim DFB inzwischen Konsens darüber herrschen, dass der Verband sich durch die „Neutralisierung“ eines Anti-Rassismus-Schriftzugs beim Training der deutschen Nationalmannschaft im Hamburger Millerntor-Stadion ein kapitales Eigentor geschossen hat. Doch in Hannover wiederholte sich die unrühmliche Geschichte nun.

Vor dem A-Jugend-Finale zwischen Hannover 96 und der TSG Hoffenheim hat der DFB Werbetafeln abgeklebt und dabei auch den Spruch „96-Fans gegen Rassismus“, der dort eigentlich seinen Platz hat, mit schwarzer Folie abgedeckt. Der Arbeitskreis „96-Fans gegen Rassismus“ empörte sich über den erneuten Fauxpas des Verbands und forderte via Facebook eine öffentlich Stellungnahme des DFB.

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Wenig später konnten die Gruppe immerhin vermelden, dass sich der Abteilungsleiter Spielbetrieb des DFB gemeldet und die Aktion als Versehen entschuldigt habe.  „Für uns ist aber die Frage, inwiefern der DFB in Zukunft plant, sein doch so oft betontes Engagement gegen Rassismus auch sensibel und vor allem glaubwürdig nach außen zu tragen. Wir fordern daher, dass strukturell das Vorgehen der ‚Neutralisation‘ verändert wird, und künftig mit z.B. Fanbeauftragten besprochen wird, inwiefern es Aussagen gibt, die nicht abgehängt werden dürfen! Ob am Millerntor, im Niedersachsenstadion oder sonst wo: Rassismus darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben! Faninitiativen und Gruppen, die sich gegen Rassismus einsetzen sind wichtig und müssen unterstützt und nicht demotiviert werden“, heißt es nun auf der Facebook-Seite der „96-Fans gegen Rassismus“.

Erst vor knapp einem Monat leistete sich der DFB mit der „Neutralisierung“ des Millerntor-Stadions einen Fehltritt, für den sich nach ungelenken Erklärungsversuchen schließlich DFB-Präsident Wolfgang Niersbach persönlich beim Vorstand der Hamburger entschuldigt hatte.