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Schnüdel gegen Schanzer: Freunde oder Gegner?

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 13. Oktober 2014
Quelle: imago

Eigentlich hatten sich die Beamten auf einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag eingestellt. Immerhin geht aus dem Polizeibericht hervor, dass die örtlichen Behörden die Gefahrenlage rund um das Regionalliga-Spiel zwischen dem FC Schweinfurt und der Zweitvertretung des FC Ingolstadt als äußerst gering erachtet hatten.

So war von Seiten der Polizei keine Trennung beider Fanlager geplant – immerhin verbinde beide Vereine eine Fanfreundschaft. Tatsächlich soll es in der Vergangenheit schon zu friedlichen Aufeinandertreffen von Anhängern beider Vereine gekommen sein. Von einer gelebten Fanfreundschaft zu sprechen, ist aber wohl dennoch etwas hoch gegriffen. Immerhin beobachtete die Polizei, dass es beim Eintreffen des Fanbusses aus Ingolstadt noch zu freundschaftlichem Smalltalk gekommen sei. Bei der Ankunft der Gäste hätten einige Schweinfurter Fans die Delegation aus Ingolstadt derweil jedoch bereits massiv angepöbelt, was die Einsatzkräfte mit Platzverweisen ahndeten.

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Nach Spielende habe die Polizei die Gäste zu ihrem Bus eskortieren wollen, wo jedoch bereits 15 „Schnüdel“ gewartet hätten, um die „Schanzer“ anzugreifen. Inzwischen seien auch die Ingolstädter nicht mehr abgeneigt gewesen, auf die Provokationen einzugehen. „Erst nach Hinzuziehung eines massiven Polizeiaufgebotes und der Androhung von Gewahrsamsnahmen konnte ein Aneinandergeraten der beiden Fangruppierungen verhindert werden“, heißt es in dem Polizeibericht, der zu dem Ergebnis kommt: „Aufgrund einiger weniger aggressiver Schweinfurter Fußballanhänger scheint es aktuell wohl selbst bei Spielen gegen befreundete Vereine derzeit nicht mehr möglich, ein Fußballevent ohne polizeiliche Begleitung zu realisieren.“