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National

Schlägereien im Hannover-Block

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 11. Mai 2014
Quelle: imago

Lange hatte es in der Hannoveraner Fanszene gebrodelt, am Samstag kam es zum Knall! Zwischen Ultras und anderen Fans ist ein offener Streit ausgebrochen, beim Heimspiel gegen Freiburg prügelten sich Hannover-Fans mit Hannover-Fans. Insgesamt 21 Personen wurden dabei verletzt.

Kurz vor Abpiff der Begegnung kam es zu lautstarken Äußerungen gegen Hannovers Vorsitzenden Martin Kind aus Ultra-Kreisen und daraufhin zu deutlich vernehmbaren „Ultras raus“-Rufen innerhalb der Nordkurve. Die gegenseitigen Provokationen zwischen Ober- und Unterrang sollen von Becherwürfen und Schlägereien begleitet worden sein. Um die beiden Gruppen zu trennen, formierten sich die Beamten im Block und wurden dabei nach eigenen Angaben mit Mülltonnen und Stühlen beworfen, setzten sich mit Pfefferspray und Schlagstöcken zur Wehr. Die Polizisten nahmen in diesem Zusammenhang drei Hannover-Fans fest, die sich nun wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Widerstands verantworten müssen. Beim Abtransport der Tatverdächtigen wurden die Einsatzwagen der Beamten nach Polizeiangaben mit Flaschen beworfen.

Bei den Auseinandersetzungen sollen ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und drei Polizisten verletzt worden sein. Einer der Beamten sei derzeit dienstunfähig, heißt es. Einen Fan erwischte es besonders schwer, er wurde mit einem Jochbeinbruch ins Krankenhaus eingeliefert.

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Anzeigen gegen Polizisten wegen Körperverletzung

Weitere 16 Personen, die sogar laut Polizeibericht an der Aktion unbeteiligt waren, wurden bei dem Einsatz ebenfalls verletzt. Zwei davon haben bereits Anzeige gegen Beamte wegen Körperverletzung gestellt.

Die Ultras hatten sich mit den Rufen gegen Kind wieder zu Wort gemeldet, nachdem sie sich nach den Auseinandersetzungen mit dem Verein im Rahmen des Auswärtsspiels bei Eintracht Braunschweig einen Boykott auferlegt und lange geschwiegen hatten. Schon der Protest kam bei anderen Teilen der Fanszene nicht gut an. Im Internet haben einige Anhänger sogar angekündigt, vorerst das Stadion nicht mehr besuchen zu wollen – zu vergiftet sei die Atmosphäre.

Kind selbst nimmt sich von dem offensichtlichen Verwerfungen innerhalb der Nordkurve und der Kritik an seiner Person erwartungsgemäß wenig an. „Es gab eine deutliche Reaktion der Mehrheit, ich arbeite für die Mehrheit“, sagte der 70-Jährige dem SID aufreizend lässig. Die Diskussionen innerhalb der Fanszene und mithin auch um seine Person wird er damit nicht aus der Welt schaffen.