Anzeige

National

Schickeria München erhält Julius-Hirsch-Preis

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 27. August 2014
Quelle: imago

Der DFB hat die Ultras der „Schickeria München“ für ihren Einsatz gegen Antisemitismus und Diskriminierung ausgezeichnet. Die Gruppe erhält den Julius-Hirsch-Preis 2014.

DFB-Präsident Wolfgang Niersbach lobte das Engagement der Gruppe: „Die Schickeria engagiert sich kreativ und vorbildlich gegen jede Form von Diskriminierung und hat in den vergangenen Jahren eine positive Entwicklung genommen.“

In einer großen Choreographie erinnerte die Schickeria vor dem Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt in der letzten Saison an den ehemaligen jüdischen Bayern-Präsidenten Kurt Landauer, der 1933 von den Nationalsozialisten beim FC Bayern abgesetzt wurde und 30 Tage im Konzentrationslager Dachau verbringen musste. Für die Choreografie erhielt die Gruppe auch bereits den Sonderpreis für die beste Fanaktion der Saison des Fußballmagazins „11 Freunde“.

Im ersten Spiel der neuen Saison gegen den VfL Wolfsburg zeigte die Gruppe ein Solidaritäts-Banner für Flüchtlinge in München. „Ob in der Bayernkaserne oder sonst wo – Solidarität statt Ressentiment! Refugees Welcome!“, war auf dem Spruchband zu lesen.

2. Platz Dortmund – 3. Platz Roth

Anzeige

Den 2. Preis erhielt ein Gemeinschaftsprojekt aus Dortmund: Im Juni hatten 32 BVB-Fans die polnischen Gedenkstätten in Zamosc, Lublin, Belzec, Majdanek und Sobibór besucht und sich auf die Spurensuche von 800 Dortmunder Juden gemacht, die 1942 deportiert worden waren.

Den 3. Platz belegte das Veranstaltungsprogramm „Roth ist bunt“ rund um die Ausstellung „Kicker, Kämpfer und Legenden“ über die Geschichte des jüdischen Fußballs in Deutschland der Stadt Roth.

Ehrenpreis an Betreiber der Facebook-Seite „Fußballfans gegen Rechts“

Der Ehrenpreis der Jury geht in diesem Jahr an Mario Bendel, der privat die Facebook-Seite „Fußballfans gegen Rechts“ betreibt.

Der Julis-Hirsch-Preis wird seit 2005 in Erinnerung an an den siebenfachen deutschen Nationalspielers Julius Hirsch verliehen, der 1933 wegen seiner jüdischen Herkunft aus dem Karlsruher FV ausgeschlossen und 1943 im KZ Auschwitz ermordet wurde.

fn