Anzeige

National

Schickeria finanziert Landauer-Stiftung mit 10.000 Euro

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 12. Januar 2018
Quelle: imago

Im Dezember haben Fans des FC Bayern München die Kurt-Landauer-Stiftung gegründet, um eine lebendige Erinnerungskultur beim FC Bayern München zu etablieren. Den Grundstock für die Inbetriebnahme der Stiftung leisteten die Ultras der Schickeria München. 

10.000 Euro spendete die Ultragruppe als Anschubfinanzierung der Stiftung. Diese Summe entspricht dem Preisgeld, das die Gruppe 2014 für den Julius-Hirsch-Preis des DFB als Auszeichnung für die Choreografien zu Kurt Landauer erhalten hatte.

Anzeige

„Wir wollen ganz im Sinne von Kurt Landauer Zeichen für eine weltoffene und tolerante Gesellschaft setzen“, sagt Simon Müller von der Schickeria nun gegenüber DFB.de. „Aber auch wenn die Schickeria für den Kapitalsockel sorgt, ist es uns wichtig, dass die Stiftung breiter aufgestellt ist. Schon heute beteiligen sich hier auch Bayern-Fans aus anderen Ecken des Stadions.“

Auch wenn in den Fankurven heutzutage nur noch selten rechtsextremes Gedankengut zur Schau gestellt werde, ist Müller der Überzeugung: „Diesen Rechtsruck, den es in der Gesellschaft gibt, der passiert auch in den Stadien. Ich weiß, dass es rechtsradikale Bayern-Fans gibt, aber alleine schon wegen der Präsidentschaft Landauers finde ich das widersprüchlich.“

Kurt Landauer war mehrfach Präsident des FC Bayern München, die längste Phase währte von 1919 bis 1933. Mit der Machtergreifung der Nationalsozoalisten legte er sein Amt nieder. 1938 wurde Landauer in Dachau interniert. Vier seiner Geschwister wurden von den Nazis ermordet.