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National

Scharfe Kritik an Polizeieinsatz bei Freundschaftsspiel

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 01. Februar 2016
Quelle: imago

Fast 10.000 Fans kamen am Samstag ins Stadion an der Alten Försterei, um den finanziell angeschlagenen Fanverein Austria Salzburg mit einem Benfizspiel zu unterstützen. Der Tag wurde jedoch von einem umstrittenen Polizeieinsatz überschattet.

Vor dem Spiel trafen sich rund 800 Berliner Fans in der Altstadt Köpenick, um von dort gemeinsam zum Stadion zu marschieren. Dabei sollen sie laut Angaben der Berliner Polizei immer wieder Pyrotechnik gezündet und „polizeifeindliche Sprechgesänge“ angestimmt haben. Die Beamten beklagen, dass die anwesenden Fanbeauftragten diesem Verhalten nicht entgegengewirkt hätten.

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„Die Stimmung war ausgelassen und nicht aggressiv“, heißt es hingegen in einer gemeinsamen Stellungnahme der Fanszene von Union Berlin. Darin widersprechen die Fans auch der Darstellung, dass es polizeifeindliche Sprechgesänge gegeben habe. „Die Fanbetreuung hatte daher auch keinen Grund, einzugreifen oder auf die Fans einzuwirken“, so die Fans weiter.

Beim Erreichen des Stadions versperrten dann Polizisten den Fans offenbar den Durchgang. Ein Mann, der daraufhin stürzte und dabei einen Polizisten zu Fall brachte, ließ die Situation dann augenscheinlich eskalieren: „Beim Erreichen des Stadions gegen 16 Uhr wurden Polizisten dann aus einer Gruppe von rund 250 Anhängern der Heimmannschaft massiv körperlich angegriffen. Die Beamten wehrten die Angriffe mittels körperlicher Gewalt ab und setzten auch Reizgas ein“, heißt es von der Polizei. Die Union-Fans beschreiben die Szenerie derweil so: „Die Polizisten versprühten ohne vorherige Warnung Pfefferspray und prügelten auf die helfenden Fans ein. Deeskalierend wirkende Fans wurden ebenfalls geschubst oder bekamen Fäuste ins Gesicht.“

Offenbar folgten weitere Auseinandersetzungen zwischen Fans und Beamten im Einlassbereich des Stadions, bei denen die Polizei laut Union-Fans rücksichts- und verantwortungslos gehandelt habe. Insgesamt wurden bei dem Einsatz laut Polizeiangaben mehr als 80 Personen verletzt, darunter 21 Beamte sowie der Fanbeauftragte von Union Berlin.

Die Union-Fanszene weist darauf hin, dass bei diesem Benefizspiel „zu keinem Zeitpunkt von einer Fanrivalität oder Angriffen auf gegnerische Fans auszugehen war. Die Anzahl der eingesetzten Polizisten und der Einsatz an sich, so er denn so geplant war und nicht etwa aus dem Ruder lief, sind klar zu verurteilen!“ Auch der Verein stellt sich in dieser Sache hinter seine Fans und schreibt auf seiner Homepage: „Der 1. FC Union Berlin weist die Darstellung der Berliner Polizei zu ihrem gestrigen Einsatz am Stadion An der Alten Försterei zurück. Erst eine für ein Benefiz-Spiel außergewöhnliche hohe Polizeipräsenz und ein angesichts der Situation rund um das Stadion unerklärlich intensiver Polizeieinsatz haben die Lage eskalieren lassen.“

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