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National

Schalke wird „Sitzer absetzen“-Banner nicht verbieten

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 09. Juli 2015
Quelle: imago

Die Forderung von Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger, polizeikritische Banner auf Schalke künftig zu verbieten, hat bei vielen Schalke-Fans für Empörung gesorgt. Der Verein wird dieser Forderung jedoch nicht nachkommen.

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Nach fanzeit-Informationen wird der FC Schalke 04 polizeikritische Banner, wie etwa die „Sitzer absetzen“ Fahne der Ultras Gelsenkirchen nicht verbieten. Eine Begründung solch einer Maßnahme wäre allerdings auch schwierig gewesen, bedenkt man, dass laut Stadionordnung nur Spruchbänder mit gewaltverherrlichendem, rassitischem, fremdenfeindlichem, antisemitischem sowie rechts- oder linksradikalem Inhalt verboten sind. Auch eine Beledigung stellt die Forderung nach der Absetzung des Polizeiführers Klaus Sitzer wohl kaum dar.

Mit einem Verbot hätte sich der Verein möglicherweise auch den Vorwurf gefallen lassen müssen, mit zweierlei Maß zu messen. Schließlich zeigten die Schalker Anhänger beim letzte Heimspiel der Saison etliche Spruchbänder, die Horst Heldt und Clemens Tönnies kritisierten. Auch diese tolerierte der Klub.

Seit dem umstrittenen Polizeieinsatz in der Nordkurve beim Champions-League-Qualifikationsspiel gegen PAOK Saloniki vor zwei Jahren fordern große Teile der Fanszene die Absetzung des damaligen Einsatzleiters Klaus Sitzer. Nordrhein-Westfalens Innenminister Ralf Jäger hatte den Verein in einem Brief gebeten, etwas gegen die Proteste zu unternehmen, weil sie zu einer „ständigen persönlichen Belastungssituation“ für den Polizeiführer führen würden.