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National

Schalke widerspricht DFB

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 12. Juni 2015
Quelle: imago

Das Sportgericht des DFB hat den FC Schalke 04 wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger in vier Fällen mit einer Geldstrafe in Höhe von 27.000 Euro belegt. Nun nimmt der Verein zu der Strafe Stellung und zeigt zumindest teilweise Unverständnis.

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„Wir haben die Strafe akzeptiert, obwohl wir die Beträge für die einzelnen Vergehen als zu hoch und teils auch für nicht gerechtfertigt halten, insbesondere was die Begrifflichkeit des Stadionsturms angeht“, sagt Volker Fürderer, der Direktor für Sicherheit des FC Schalke 04 auf der Vereinshomepage. Laut DFB hatten Schalke-Fans vor dem Revierderby in Dortmund versucht, die Stadioneingänge zu stürmen, was aber von Polizei und Ordnungskräften verhindert werden konnte.

Die Darstellung dieses Szenarios vonseiten der Ultras GE liest sich freilich anders: Weil die Gruppe zusammen mit vielen weiteren Schalkern einen anderen Anreiseweg als den von der Polizei vorgeschriebenen wählte, wurden die Blau-Weißen Anhänger unterwegs eingekesselt. „Das ganze Spektakel und die lästige Warterei zog sich ellenlang hin. In Anbetracht des immer näher rückenden Anpfiffs wurden die letzten Meter zum Gästeblock in einem hohen Tempo zurückgelegt. Jedoch war der Ansturm so groß, dass die Masse des Mobs die ersten Reihen unverhofft in die Ordnerkette vor dem Gästeblock schob und es wieder eine volle Breitseite Pfeffer gab und die Stadiontore unmittelbar geschlossen wurden“, heißt es im „Blauen Brief“, dem Magazin der Ultras Gelsenkirchen. All das führte dazu, dass die Ultras erst nach Anpfiff ins Stadion gelangten.

Trotz dieser Widersprüche will der Verein nicht gegen das DFB-Urteil vorgehen, „da mit Akzeptanz des Betrages zwei offene Verfahren für die Spiele in Köln (Rauchbombe mit schwarzer Rauchentwicklung) und Frankfurt (Zündung eines Kanonenschlags) eingestellt werden“, so Fürderer weiter. „Insgesamt haben wir in dieser Saison 117.000 Euro an Strafen zahlen müssen. Auch wenn der Löwenanteil dabei mit 50.000 Euro bei dem Feuerzeugwurf im Spiel gegen den 1.FC Köln liegt, ist dieser Betrag in der Summe eindeutig zu hoch“