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National

Schalke besänftigt seine Mitglieder

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 29. Juni 2015
Quelle: fanzeit

Die Mitgliederversammlung des FC Schalke 04 verlief deutlich ruhiger als viele es im Vorfeld erwartet hatten. Das lag auch daran, dass die Verantwortlichen alles dafür taten, die Mitglieder zu befrieden.

Ob Ehrung der erfolgreichen U19, Würdigung von Rudi Assauer und Gerald Asamoah oder die Rückholaktion der Vereinsikonen Huub Stevens, Mike Büskens und Ebbe Sand als sportliche Berater: Die Schalker Vereinsverantwortlichen ließen auf der gestrigen Jahreshauptversammlung nahezu keine Gelegenheit aus, die unzufriedene Schalker Fanseele zu versöhnen. Da passte es ins Bild, dass Horst Heldt und Clemens Tönnies jede Menge Asche auf ihre eigenen Häupter häuften.

Heldt und Tönnies gestehen Fehler ein

Insbesondere Horst Heldt konnte viele der etwa 9.000 anwesenden Mitglieder mit seiner emotionalen Rede überzeugen. „Es war eine beschissene Saison“, gestand der Vorstand Sport ein. Auch er habe bei manchem Transfer oder der Trainerwahl daneben gelegen. Während Heldts Gang zum Podium noch von lauten Pfiffen begleitet worden war, erntete er nach seiner Ansprache fast ausschließlich Applaus. Darüber hinaus gab sich auch Clemens Tönnies als Aufsichtsratsvorsitzender einsichtig: „Ich habe mich in der letzten Zeit zu sehr ins Tagesgeschäft eingemischt“, sagte Tönnies. Auch zu den immer wieder aufkeimenden Gerüchten um eine mögliche Ausgliederung äußerte er sich und hielt fest: „Solange ich auf Schalke bin, bleibt der FC Schalke 04 ein eingetragener Verein. Das ist eine feste Zusage!“

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Satzungsänderunsganträge werden abgelehnt

Einen Rückschlag musste hingegen die Kommission hinnehmen, die im Vorfeld der Versammlung einige Satzungsänderungsanträge ausgearbeitet hatte. Der Antrag, der unter anderem den Aufsichtsrat und die Wahl des Ehrenrats reformieren sollte, schrammte mit 63,2 Prozent der Stimmen nur knapp an der erforderlichen Zweidrittelmehrheit vorbei. Roman Kolbe, der als einer der Fanvertreter in der Kommission mitgewirkt hatte, vermutete, dass es unter den Mitgliedern ein tiefsitzendes Misstrauen gegenüber der Vereinsführung gebe, weshalb die Anträge nicht angenommen worden seien.

Der zweite Antrag, der eine Erhöhung eines möglichen Sonderbeitrags auf das Dreifache eines Jahresbeitrags vorsah, wurde hingegen ziemlich deutlich abgeschmettert: 80,7 Prozent der Mitglieder stimmten gegen den Antrag. Somit bleibt es bei der bisherigen Regelung, die vorsieht, dass die Mitglieder eine Sonderumlage in Höhe bis zu eines Jahresbeitrags beschließen können.

Auch personelle Entscheidungen standen auf der Versammlung an. So wählten die Mitglieder aus vier tönnieskritischen Kandidaten Dr. Andreas Horn und Thomas Wiese in den Aufsichtsrat. Die vom Aufsichtsrat vorgeschlagene Besetzung des Ehrenrats wurde derweil von den Stimmberechtigten mit großer Mehrheit im Block abgenickt.

Als die Veranstaltung nach mehr als sechs Stunden schließlich zum Ende kam, griff Clemens Tönnies dann erneut in die Kiste mit der Aufschrift „Besänftigung der Massen“ und verkündete: „Jetzt gibt´s Freibier!“