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National

Schadensersatz für Ultras

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 10. Dezember 2015
Quelle: imago

Vor dem Spiel des FC Bayern München gegen den 1. FC Nürnberg im Oktober 2011 nahm die Polizei eine Gruppe von Nürnberger und 1860-Ultras in Gewahrsam. Einer der Fans klagte gegen diese Maßnahme und bekam Recht. Daraufhin klagen nun 49 weitere Fans auf Schadensersatz und Schmerzensgeld. Ihre Chancen stehen gut. 

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Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, sollen sich vor der besagten Partie Ultras der Gruppen „Banda di Amici“ sowie „Cosa Nostra 1860“ in der Nähe des Lokals der Münchner „Schickeria“ getroffen haben. Später habe die Polizei die Fans dann an einem Parkhaus der Münchner Arena in Gewahrsam genommen, weil sie teilweise vermummt und mit Fahnenstangen in den Händen Bayern-Fans provoziert hätten. Erst weit nach dem Spiel wurden die rund 80 Fans wieder frei gelassen.

Die Beschwerde eines der Ultras gegen diese Maßnahme hatte das Amtsgericht München zunächst abgewiesen. Doch das Landgericht München I gab dem Fan nun Recht. „Es gebe keine objektivierbaren Anknüpfungspunkte für die Gefährlichkeit der einzelnen Personen – ihre Gefährlichkeit nur mit der Anwesenheit in der vermeintlich gewaltbereiten Gruppe zu begründen, sei ein „unzulässiger Zirkelschluss“. Die Polizei müsse zu jeder einzelnen Person erklären, warum man sie für gefährlich halte“, wird die Begründung in der SZ zitiert.

Dem Nürnberg-Fan wurden Schmerzensgeld und Schadensersatz in Höhe von 100 Euro zugesprochen. Daraufhin klagten weitere 49 betroffene Fans gegen die Polizeimaßnahme. Der Vorsitzende der Zivilkammer habe einen Betrag von 125 Euro pro Person in Aussicht gestellt. Nun wollen die Anwälte beider Seiten darüber beraten.