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National

Sankt Pauli Mafia boykottiert Auswärtsspiel in Fürth

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 22. Juli 2014

Wenn der FC St. Pauli am Montag, 1. September zum Topspiel des vierten Spieltags der 2. Bundesliga in Fürth antritt, werden einige fehlen, die sonst immer dabei sind: Die Ultras der Sankt Pauli Mafia werden das Spiel aufgrund der Terminierung durch die DFL boykottieren und rufen andere auf, es ihnen gleichzutun. 

„Uns langt’s“, schreibt die Gruppe auf ihrer Webseite zur Terminierung der Spieltage eins bis sechs durch die DFL. Dreimal muss St. Pauli in dieser Zeit auswärts ran, dreimal sind die Entfernungen alles andere als ein Katzensprung: Aalen, Aue und eben Fürth. Während die Spiele in Aalen und Aue Freitagabends steigen, fällt das Spiel gegen Fürth auf einen Montag. „Für uns FC­SP-​Fans be­deu­tet das je nach Wohn­ort vier bis fünf Ur­laubs­ta­ge zu neh­men oder im Som­mer schon mit Ar­beits­un­fä­hig­keits­be­schei­ni­gun­gen an­fan­gen zu müs­sen“, heißt es dazu in dem Aufruf.

Was für viele Fans mittlerweile Alltag ist, will die Sankt Pauli Mafia nicht einfach so hinnehmen: „Wir haben den Ein­druck, dass, wäh­rend die Spiel­tags­zer­stü­cke­lung zu­nimmt, der Pro­test gegen die Spiel­tags­an­set­zun­gen einschläft.“ Was das „ge­wohn­te Bild eines bun­ten, le­ben­di­gen und ab­ge­hen­den Sup­port­blo­ckes“ angehe, könnten sich DFL und Sport1, das die Montagsspiele der 2. Bundesliga live überträgt, auf die Fans verlassen. Mit dem Boykott will die Gruppe den Vermarktern zeigen, „dass wir eben nicht alles mit uns ma­chen las­sen!“ Auch das Bündnis ProFans hatte angekündigt, in der kommenden Saison mit verschiedenen Aktionen für fanfreundliche Anstoßzeiten zu kämpfen.

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„Das Be­dürf­nis unser Team an­zu­feu­ern, steckt uns im Blut“

Der Entschluss, das Spiel zu boykottieren, sei der Gruppe nicht leichtgefallen, schreiben sie in der Mittleilung: „Das Be­dürf­nis unser Team an­zu­feu­ern, steckt uns im Blut und al­lei­ne schon der Ge­dan­ke, nicht dabei sein zu kön­nen, tut weh.“ Dass sie es eben doch tun, zeigt, wie ernst es den Ultras der Sankt Pauli Mafia ist.

Ein Alternativprogramm zu der etwa siebenstündigen Reise nach Fürth hat die Gruppe übrigens auch schon gefunden: Auf Fußball ganz verzichten wollen sie natürlich auch nicht und werden somit das Spiel der Zweiten Mannschaft an diesem Wochenende besuchen.

fn