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National

Saisonrückblick von Ultra Sankt Pauli

Autor: Mirko Lorenz Veröffentlicht: 19. Juni 2015
Quelle: imago

Erst am letzten Spieltag konnte sich der FC St. Pauli trotz einer Niederlage in Darmstadt den Klassenerhalt sichern. Für Ultras zählt aber nicht nur das sportliche. Im Alerta Network blickt die Gruppe Ultra Sankt Pauli auf eine erfolgreiche Saison zurück.

Zunächst beleuchten die Ultras die allgemeine Situation bei St. Pauli. Hier zeigt sich die Gruppe vor allem über den aktuellen Präsidenten erfreut. Oke Göttlich ist ihrer Meinung nach jemand, der den Dialog mit den Fans nicht nur als lästige Pflichtaufgabe ansieht, sondern ihn aktiv sucht. Das Stadion wurde während der Saison umgebaut, was sich aber nicht negativ auf die Stimmung ausgewirkt habe. So habe zum Beispiel die Gegengerade mit Choreographien für die Unterstützung der Mannschaft gesorgt.

Die Saison begann für St. Pauli recht erfreulich: Es gab ein BBQ mit anschließendem Fanmarsch zum Stadion beim ersten Heimspiel, eine Auswärtsfahrt nach Aalen mit dem gemeinsamen Besuch eines Badesees, sowie eine Spende der „Province Fanatics“ aus Aalen für Flüchtlingsaktionen in Hamburg. Sportlich lief es eher weniger gut und Trainer Roland Vrabec wurde vom ehemaligen Spieler Thomas Meggle abgelöst. Beim Heimspiel gegen Berlin gedachte man dem verstorbenen Hamburger Graffitikünstler OZ mit einer Choreographie aus tausenden Luftballons, seinem berühmten Smiley und einigen seiner Sprüche. Passenderweise konnte auch das Spiel gewonnen werden.

„St. Pauli ist die einzige Möglichkeit“

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Im Pokal trat St. Pauli im Spätherbst gegen Borussia Dortmund an. Das Spiel wurde erwartungsgemäß verloren, aber dafür zeigt die Südtribüne im Millerntorstadion die größte Choreographie aller Zeiten. Kurz darauf folgte das Auswärtsspiel gegen RasenBallsport Leipzig. Die St. Pauli-Fans entschieden sich gegen einen Boykott und besuchten das Spiel stattdessen zahlreich. Beim Spiel wurde das Spruchband „St. Pauli ist die einzig Möglichkeit“ gezeigt. Einen Tag vor dem Heimspiel gegen Bochum organisierte die Gruppe eine Lesung mit einer Überlebenden aus Ausschwitz. Sportlich lief es allerdings weiterhin schlecht. Nach einer Niederlage in Darmstadt fiel der Verein auf Platz 18 und Trainer Meggle zum sportlichen Leiter umfunktioniert. Mit Ewald Lienen holte der Kiez-Klub einen ganz erfahrenen Trainer. Unter diesem konnte man noch einen Sieg gegen Aalen einfahren und mit nur einem Punkt Rückstand auf den Relegationsrang immerhin auf dem vorletzten Tabellenplatz überwinterten.

Das Heimspiel gegen FSV Frankfurt in der Rückrunde stand unter dem Motto „Millerntor Roar“, um alle nötigen Energien für das Saisonziel Klassenerhalt zu sammeln. Dazu wurden ein Marsch organisiert. Außerdem wurden 60 Flüchtlinge zum Spiel eingeladen, der Beginn einer dauerhaften Institution. Bis zum Saisonende wollte man immer mindestens 15 Flüchtlinge zum Spiel mitnehmen.

Liegen gebliebener Bus und glückliches Ende

Unter keinem guten Stern stand allerdings das Auswärtsspiel in Heidenheim. Einer der Busse blieb unterwegs liegen, sodass die Ultras auf teure Mietwagen umsteigen mussten, nur um sich schließlich eine 2:1 Niederlage anzusehen. Für das letzte Heimspiel gegen Bochum, einige Wochen später organisierte Ultra Sankt Pauli eine gemeinsame Bootsfahrt und die Mannschaft konnte 5:1 gewinnen. Doch der Klassenerhalt war immer noch nicht in trockenen Tüchern. So wurde das letzte Spiel in Darmstadt zur Zitterpartie. St. Pauli verlor 1:0 und musste bis zum Schluss hoffen, dass keine der anderen Mannschaften an ihnen vorbeiziehen würde. Doch das passierte, aus St. Pauli Sicht, glücklicherweise nicht.

Nach dem Klassenerhalt fuhren Trainer Ewald Lienen und Präsident Oke Göttlich zusammen mit den Fans im Sonderzug nach Hamburg. Ganz nach dem Spirit von St. Pauli, so soll es für USP auch in Zukunft weitergehen.

Der komplette Saisonrückblick in englischer Sprache kann hier nachgelesen werden.