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RWE-Fans sind frustriert, DFB bewirbt Geisterspiel als Vorteil

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 16. Dezember 2014
Quelle: imago

Das Drittliga-Spiel zwischen Dynamo Dresden und Rot-Weiß Erfurt muss vor leeren Rängen stattfinden. Der DFB hat einen kompletten Zuschauerausschluss verhängt – eine der härtesten Sanktionen, die der Strafenkatalog hergibt. Ein allerdings recht grobes Werkzeug, denn auch die RWE-Anhänger sind von dem Geisterspiel betroffen und nun entsprechend frustriert. Schließlich werden sie  für ein Vergehen bestraft, das sie nicht begangen haben. Der DFB hat für die Kritik zwar Verständnis, will in dem Zuschauerausschluss aber sogar einen Vorteil für die Erfurter Anhänger erkennen.

Im Erfurter Vereinsforum machen Fans ihrer Enttäuschung Luft. „Abgesehen davon, dass es ne Frechheit ist Geisterspiele für einzelne Täter zu verhängen bestraft man gleichzeitig noch Unbeteiligte anderer Vereine. Hackts?“, fragt ein User. Ein anderer beklagt, dass für ihn nun sein persönliches Spiel des Jahres ausfalle. Ein Dritter ruft dazu auf, per Mail beim DFB zu protestieren.

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Darüber, dass der Protest in Frankfurt wenig ausrichten wird, dürften sich die meisten gleichwohl einig sein. Der DFB zeigt zwar Verständnis für den Erfurter Ärger, die Erklärung wird die Wogen jedoch kaum glätten. „Leider sind bei einem Zuschauerausschluss auch immer die Zuschauer der gegnerischen Mannschaft betroffen, das lässt sich leider nicht vermeiden. […] Eine Regelung, die es erlaubt, nur die Fans der anderen Mannschaft ins Stadion zu lassen, gibt es bei einem Komplettausschluss nicht“, erklärte die Pressestelle des DFB auf Fanzeit-Anfrage. Überlegungen, den Ausschluss nur auf Dresdner Fans zu beschränken und immerhin den Gäste-Anhängern Zutritt zu gewähren, haben offenbar gar nicht erst stattgefunden.

Die weitere Argumentation des DFB mag für viele Fans daher klingen wie blanker Hohn. Der DFB schreibt weiter: „Für die Mannschaft von RW Erfurt kann der Zuschauerausschluss allerdings auch zum Vorteil werden, da die Heimatmosphäre für Dresden mit entsprechender Unterstützung jetzt wegfällt.“ Welchen Vorteil die Thüringer allerdings daraus ziehen sollen, dass die eigenen Anhänger außen vor bleiben, bleibt schleierhaft.

ak