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Richterin gibt trotz Bewährungsstrafe kein Stadionverbot

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 03. Dezember 2017
Quelle: imago

Ein Nürnberg-Anhänger wurde für eine gewalttätige Auseinandersetzung mit Polizisten für 6 Monate auf Bewährung verurteilt. Ein von der Staatsanwaltschaft gefordertes zusätzliches Stadionverbot lehnte die Richterin jedoch ab.

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Begründet hatte die Richterin ihre Entscheidung mit den Worten: „Ich möchte, dass Sie beweisen, dass Sie ins Fußballstadion gehen können, ohne Straftaten zu begehen“, berichtet die Rot-Schwarze Hilfe. Eine nicht nur aus Fansicht begrüßenswerte Entscheidung, denn zur Vorbeugung von Straftaten haben Stadionverbote in der Vergangenheit nicht immer geführt.

Verurteilt wurde das Mitglied der Rot-Schwarzen Hilfe für einen Faustschlag gegen den Helm eines Polizisten sowie die Verletzung eines weiteren Beamten während der Festnahme. Das Urteil fiel mit sechs Monaten Freiheitsstrafe zur Bewährung daher so hart aus, weil der Betroffene schon mehrfach strafrechtlich aufgefallen war.

Außerdem lehnte die Richterin die Schmerzensgeldforderung eines betroffenen Polizisten über 1.200 Euro ab. Auf Nachfrage wie er auf diese Forderung kam, verwies der Beamte auf die „Düsseldorfer Tabelle“. Diese regelt allerdings familiengerichtliche Unterhaltsberechnungen. Beide Beamten erhielten daraufhin 240 Euro Schmerzensgeld.