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National

Rheinderby: Polizei richtet „Ermittlungsgruppe Fußball“ ein

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 02. Oktober 2014

Um die Vorfälle rund um das Rheinderby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach aufzuklären, hat die Kölner Polizei die „Ermittlungsgruppe Fußball“ gegründet. Besonders interessiert sich die Polizei dabei für die Auseinandersetzungen, die sich gegen 14 Uhr auf den Jahnwiesen, hinter der Südkurve des Kölner Stadions zugetragen haben. 

Wie der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet, ist dabei vor allem das Video einer Überwachungskamera am Materialraum der Kölner Ultras in der Südkurve in den Fokus gerückt. Aus diesem sollen einige Fans Dachlatten und weitere Gegenstände, die eigentlich für eine Choreografie gedacht waren, entnommen haben und anschließend auf die Jahnwiesen gestürmt sein. Dort sollen sie weiteren FC-Anhängern zur Hilfe geeilt sein, die offenbar von rund 70 gewalttätigen Fans aus Mönchengladbach angegriffen wurden.

Laut Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers geht die Staatsanwaltschaft von einer verabredeten Auseinandersetzung aus. Auf fanzeit-Anfrage äußerte sich Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn jedoch zurückhaltender: Die Ereignisse trügen lediglich „Züge einer verabredeten Schlägerei.“

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Vor allem müsse man beide Fanlager getrennt betrachten. „Wenn sich dreieinhalb Stunden vor Spielbeginn gewaltbereite Gladbach-Fans in der Nähe der Kölner Südkurve zeigen, kann sicherlich nicht von einem normalen Erscheinen die Rede sein“, so Willuhn.

Warum es trotz des großen Polizeiaufgebots überhaupt zu einem Aufeinandertreffen der beiden Fanlager kam, wollte Willuhn nicht kommentieren, eine Bewertung polizeilicher Präventionsmaßnahmen stehe ihm nicht zu.

Die Polizei selbst hatte nach dem Derby bilanziert, dass ihr Konzept aufgegangen sei. Und auch Willuhn ist der Meinung, dass es durchaus „hätte schlimmer kommen können.“ Insbesondere die Zahl und die Schwere möglicher Verletzungen gibt den Ermittlern Rätsel auf: „Falls es Verletzungen gab, empfinden die Betroffenen diese offenbar nicht als so schlimm, dass sie sich bei uns melden und Strafanzeige erstatten würden“, so Willuhn. Nach fanzeit-Informationen wurde bei den Auseinandersetzungen ein ehemaliger Vorsänger der Kölner Ultra-Gruppe „Wilde Horde“ verletzt.

fn