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International

Reiseverbot für Schweizer Fußballfans

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 07. August 2015
Quelle: imago

Wenn morgen in der ersten Runde des DFB-Pokals der KSC in Reutlingen spielt, dürfen 22 Fans des FC St. Gallen nicht die Schweiz verlassen. Das Bundesamt für Polizei hat ein Ausreiseverbot erlassen.

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Hintergrund dieser Entscheidung ist die langjährige Fanfreundschaft zwischen den Anhängern des SSV Reutlingen und denen des FC St. Gallen. Bereits beim Derby gegen Ulm kam es zu Zwischenfällen unter Beteiligung der St. Galler Fans. Die Polizei fürchtet gemeinsame Aktionen zusammen mit Fans des VfB Stuttgart gegen die Karlsruher. Die Partie gilt als Hochrisikospiel.

Grundlage für die Verbote ist das „Bundesgesetz zur Wahrung der inneren Sicherheit“. Wie das Magazin SENF berichtet, wurde dabei auch mit den Ereignissen des Ulm-Spiels argumentiert, obwohl eine Beteiligung der betroffenen Fans nicht bewiesen ist. Die Sperren können bis zu drei Tage gelten und können gegen Personen mit Rayonverbot (einer Art Platzverweis) ausgesprochen werden, wenn aber „konkrete und aktuelle Tatsachen die Annahme begründen, dass sie sich im Bestimmungsland an Gewalttätigkeiten beteiligen werden“, ist dieses Verbot keine notwendige Voraussetzung.

Die Maßnahmen sind nicht neu, werden aber häufiger eingesetzt. Im Jahr 2013 wurden drei Ausreiseverbote verhängt, im Folgejahr bereits 56. Ihre Verhältnismäßigkeit ist umstritten, zumal bereits der Verdacht einer zukünftigen Gewalttat ausreicht, um die persönliche Bewegungsfreiheit dermaßen einzuschränken. Anpfiff ist am 8. August um 20:30.