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Hintergründe

Reformpläne erzürnen englische Fußballfans

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 27. Mai 2014
Quelle: imago

Während man hierzulande seine Lehren aus der Rumpelfußball-Ära zog und unter anderem die Anzahl ausländischer Spieler in Vereinen beschränkte, bangt man im Mutterland des Fußballs um die Perspektive der „Three Lions“. Maßnahmen sind gefragt, doch die Fans sind es nicht.

So hätten in der vorletzten Premier League-Spielzeit nur 32% der eingesetzten Akteure für England antreten können. Vor zwanzig Jahren waren es noch knapp 70 Prozent. Die Verantwortlichen des englischen Verbandes haben daher mehrere Maßnahmen vorgeschlagen, um die Talentförderung wieder anzukurbeln.

Wohl am umstrittensten ist die Forderung einer neuen Dritten Liga, die ab 2016/17 etabliert werden könnte. Die Hälfte der Mannschaften stellen hier dann B-Teams der Erstligisten. In diesen Zweitvertretungen sollen dann vor allem junge, selbst ausgebildete Talente spielen. Bislang nutzen die Briten dafür die separate „Professional Development League“.

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Bei der Entwicklung dieser und anderer einschneidender Vorschläge nicht miteinbezogen wurden dagegen die Fans. Auch nicht der große und einflussreiche Dachverband „Supporters Direct“. Dieser beklagt ebenso wie weitere Fan-Gruppen die Ignoranz der Verantwortlichen und vermisst die Einbeziehung der Basis, sprich: der Fans. Durch die neue Spielklasse und die sogenannten „Strategic Loan Partnerships“ sieht man die Integrität des britischen Ligasystems in Gefahr. Zudem fürchtet man, dass kleinere Clubs gesichtslose Ausbildungsvereine werden, die zugunsten der großen Top-Vereine arbeiten müssen.

Es bildete sich eine Online-Kampagne namens „againstleague3“ mit sehr großer Beteiligung. Die dazugehörige Petition hat bereits mehr als 33.o00 Unterzeichner erreicht, 35.000 sind das Ziel. Unter den Gegnern der Reformpläne sind Fan-Organisationen diverser Clubs, darunter auch die Londoner Rivalen FC Arsenal und FC Chelsea. Sie alle wollen, dass die Fans bei der Entwicklung von Reformvorschlägen eingebunden werden. Den nächsten Schritt in dieser Angelegenheit will man dann gemeinsam gehen beim diesjährigen „Supporters Summit“, einem jährlich stattfindenden Gipfeltreffen für Fan-Gruppen.

Am 26. Juli heißt es dann im Wembley-Stadion: Time To Reclaim Our Game.

moG