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National

Rechtsradikale Parolen: Eintracht schmeißt Mitglied raus

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 03. Januar 2018
Quelle: imago

Mit seinen Äußerungen gegen die AfD sorgte Eintracht Frankfurts Präsident Peter Fischer zuletzt für Aufsehen. Nun lässt der Verein erste Taten folgen. 

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung/Rhein-Main-Zeitung hatte Fischer gesagt: „Es kann niemand bei uns Mitglied sein, der diese Partei wählt, in der es rassistische und menschenverachtende Tendenzen gibt.“ Es vertrage sich nicht mit der Satzung von Eintracht Frankfurt, die AfD zu wählen.

Gegenüber der Bild-Zeitung räumte Geschäftsführer Dieter Burkert nun ein, dass man bei 48.000 Mitgliedern jedoch nicht kontrollieren könne, „wer wen wählt.“ Dennoch habe der Verein bereits ein Mitglied rausgeschmissen, „weil er auf seiner Internetseite rechtsradikale Parolen veröffentlichte.“

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Bei Eintracht Frankfurt gebe es zwar keine „Gesinnungsprüfung“, so Burkert weiter, die beiden hessischen AfD-Sprecher Robert Lambrou und Klaus Herrmann dürften mit ihren demonstrativ gestellten Mitgliedsanträgen dennoch wenig Aussichten auf Erfolg haben. „Die Satzung sieht vor, dass das Präsidium über Mitgliedschaft entscheidet“, so Burkert.

Nachdem Fischer im Hessischen Rundfunk noch einmal gegen die rechtspopulistische Partei nachgelegt hatte, erreichen den Verein zudem zunehmend E-Mails von empörten AfD-Anhängern. „Unsere Kanäle sind zugemüllt. Hunderte von Schmutz-Emails, wie die AfD das halt in ähnlichen Fällen so gemacht hat“, berichtet Burkert.

Update: In einer Pressemitteilung baten die beiden AfD-Sprecher nun, das Schreiben von Hass-Mails zu unterlassen. Gleichzeitig gaben sie bekannt, dass sie am Mittwochmorgen Strafanzeige gegen Peter Fischer wegen Beleidigung, übler Nachrede und Verleumdung gestellt hätten.

„Wir hätten gern auf diesen Schritt verzichtet. Aber die völlig inakzeptablen Bezeichnungen wie ‚braune Brut‘ und ‚Nazis‘ von Herrn Fischer, die sich gegen alle AfD-Wähler und damit auch gegen uns richten, können und dürfen so nicht beibehalten werden. Der sonst dadurch entstehende Eindruck wäre verheerend“, so Sprecher Hermann.