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National

Rechte Aachen- und Kerkrade-Fans in Prügelei verwickelt

Autor: Johannes Holzapfel Veröffentlicht: 07. Juli 2014
Quelle: imago

In Aachen hat anscheinend eine größere Gruppe von ca. 50 Personen nach dem Fußballspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Frankreich randaliert und eine Schlägerei angezettelt. Laut Berichten von einer linksorientierten Medienplattform und der Aachener-Nachrichten waren dabei sowohl Fans von Alemannia Aachen als auch Roda Kerkrade beteiligt, die seit langem befreundet, vernetzt und politisch im rechten Feld anzusiedeln sind.

Seit einem Jahr ist die Gruppe „Aachen Ultras“ nun nicht mehr aktiv im Stadion vertreten. Hooligans und Rechtsextreme haben sie aus dem Stadion vertrieben. Auch Hausbesuche und körperliche Übergriffe auf Mitglieder führten dazu, dass die Ultras sich nicht mehr frei im Stadion und in der Stadt bewegen konnten und ihren Support für Alemannia Aachen einstellten. In Aachen – und das kritisierten und kritisieren die Aachen Ultras am meisten – wird nichts gegen die Verschmelzung zwischen Hooligan-, Nazi- und Ultra-Szene unternommen. Im Gegenteil: Er hat sich seit dem Verschwinden der Aachen Ultras wahrscheinlich sogar noch verschlimmert.

 

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Anscheinend gab es am vergangenen Freitag eine große Schlägerei auf der Promenadenstraße in Aachen. Auf einem Bild sieht man Aachen- und Kerkrade-Fans mit ihrem Freundschaftsbanner zusammen stehen. Sie zünden Pyrotechnik und mindestens eine Person von ihnen zeigt deutlich den Hitler-Gruß. Nach Darstellung vom AZ Aachen, die eine Stellungnahme auf „Linksunten“ veröffentlichten, sollen sie auch eine Reichskriegsflagge auf dem Synagogenplatz geschwenkt haben. Laut dem Bericht wurde nicht nur eine Person attackiert, die „Scheiß Nazis“ zu der Gruppe sagte, sondern auch normale Kneipenbesucher im Promenadeneck. Ein Augenzeuge bestätigt gegenüber der Aachener Nachrichten beinahe alle Aussagen, bis auf das Zeigen einer Reichskriegsflagge sowie die Hitler-Grüße.

 

Aachen und Kerkrade – seit langem befreundet

Der Fußballverein TSV Alemannia Aachen hat seit langem mit rechten Fans zu kämpfen. Die Verbindung und Freundschaft zwischen den Ultras Karlsbande mit den Alemannia-Hooligans Westwall Aachen lässt das Bild der Aachener Fanszene für Außenstehende nicht besser wirken, sind doch Westwall Aachen wiederum mit den Kerkrade-Hools seit langem befreundet. Die Westwall-Aachen-Hooligans zelebrierten z.B. ein Jubiläumskonzert mit der rechtsradikalen Band Kategorie C – der Sänger trug sogar ein T-Shirts der Gruppe. Dieses Konzert fand bei ihren Freunden in Kerkrade statt, da Auftritte von Kategorie C in Deutschland öfter verboten werden als im Ausland. Die Polizei hat heute einen Polizeibericht zu dem Vorfall veröffentlicht. In dem heißt es, dass sich in der Gruppe „mehrere Personen (befanden), die der rechten Szene zugeordnet werden.“ Der Mann, der die Gruppe ansprach, trug eine Platzwunde davon und flüchtete in eine Kneipe, in der dann „diverses Möbiliar“ zu Bruch ging. Von dem Kerkrade-Aachen-Banner wird nichts geschrieben. Es bleibt abzuwarten, wie sich das Ganze aufklärt und wie die Stadt und der Verein Aachen gegen die Vernetzung vorgehen wird.

 

jh