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National

Reaktionen auf Hooligan-Ausschreitungen

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 12. Januar 2016
Quelle: imago

Nach den gewalttätigen Ausschreitungen von rund 200 rechten Hooligans gestern Abend in Leipzig-Connewitz hat Roter Stern Leipzig, dessen Vereinslokal ebenfalls angegriffen wurde, ein Spendenkonto für die Opfer eingerichtet. Der 1. FC Lokomotive Leipzig kündigt derweil an, Täter aus dem Umfeld des eigenen Vereins mit Hausverboten zu belegen. 

Während am „Fischladen“ selbst, dem Lokal vom Roten Stern, keine nennenswerten Schäden entstanden, wurden Läden und Geschäfte im Umkreis deutlich mehr in Mitleidenschaft gezogen. Um die Betroffenen, insbesondere jene ohne Versicherungsschutz, finanziell zu unterstützen, ruft der Verein gemeinsam mit der Amadeu Antonio Stiftung auf seiner Facebook-Seite zu einer Spendenaktion auf:

Roter Stern Leipzig ’99 e.V. sammelt für Betroffene von Nazi-Gewalt Sehr geehrte Pressevertreter_innen, am 11….

Posted by Roter Stern Leipzig on Dienstag, 12. Januar 2016

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Bezüglich der Ereignisse zeigt sich der antifaschistische Fußballklub „nicht geschockt“, sondern vielmehr „bestärkt“ im „Engagement gegen Faschismus und Diskriminierung.“ Auch weil sich immer wieder Mitglieder der „Brigade Halle“ oder aus dem Umfeld der „Saalefront, der Ultras des Halleschen FC, an den Legida-Aufmärschen beteiligt hätten, sei eine „entschlossene antifaschistische Positionierung auch und im Besonderen im Fußball notwendig“, heißt es.

Lok Leipzig, aus dessen Umfeld ebenfalls Hooligans an den Krawallen beteiligt gewesen sein sollen, distanziert sich derweil auf seiner Homepage von den Taten. „Wir verabscheuen diese Gewalttaten auf das Schärfste! Diese Kriminellen, die dort am Werk waren, sind keine Lok-Fans! Sie verkörpern nicht die Werte unseres Vereins – weder nach innen noch nach außen“ heißt es dort. „Wir lehnen Gewalt und jegliche Form von Extremismus konsequent ab und dulden es nicht, dass wir als Leipzigs größter Fußballverein mit derartigen Gewalttaten in Verbindung gebracht werden.“

In engem Kontakt mit den Behörden will der Verein nun Hausverbote gegen all diejenigen verhängen, „die das Image unseres Vereins in aller Öffentlichkeit mit Dreck besudeln.“

Update: Auch der Hallesche FC hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und die Vorfälle verurteilt. Der Verein kündigt ebenfalls Stadionverbote gegen ermittelte Täter an:

Das Präsidium und die Mitglieder des Halleschen FC verurteilen die gewaltsamen Ausschreitungen vom Montagabend in…

Posted by Hallescher FC on Dienstag, 12. Januar 2016