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National

RB Leipzig stoppt Choreo gegen 11Freunde-Magazin

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 23. April 2014
Quelle: Youtube (Screenshot)

Stolze neun Minuten dauert das Youtube-Video, mit dem verschiedene Leipziger Fangruppen ihre Arbeit an einer Choreographie für das vorentscheidende Aufstiegsspiel gegen Darmstadt 98 am vergangenen Samstag dokumentieren. Im Stadion jedoch bekam das Machwerk niemand  zu sehen – der Verein hat sein Veto eingelegt. Mehrere Fangruppen reagierten mit einem Stimmungsboykott.

Für 15 Minuten und vier Sekunden verließ ein Teil der Leipziger Fankurve den Block. In einer Stellungnahme erklären die Fanclubs rasenballisten, RedAces, Castrum Lipsia und Mythos LE nun die Hintergründe. Gegenstand des Anstoßes ist der durchaus provokante Inhalt einer Choreographie: Ein rot bemütztes Gesicht mit einem Röhrchen in der Nase vor einer Linie weißen Pulvers. Darauf platziert: Die Wappen der vier letzten Gegner in der Liga, zudem das Logo des Fußball-Magazins 11FREUNDE und die Überschrift: „Durchziehen bis zum Aufstieg“. In der vorletzten Ausgabe hatte das Heft mit der Titelgeschichte „Der große Red-Bull-Bluff“ aufgemacht und damit eine kontroverse Debatte ausgelöst. Wenig überraschend stießt dem RBL-Fans die Geschichte sauer auf, in der der Noch-Drittligist unter anderem als „schallende Ohrfeige für die Fankultur“ abqualifiziert wurde.

Antwort auf kritische Berichterstattung

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Dass diese Retourkutsche also Zündstoff beinhaltete, mussten auch die Leipziger Anhänger einkalkulieren. Glaubt man der Erklärung, gab der Verein allerdings am 6. März über den Fanverband grünes Licht – und die Fans die Arbeit auf, werkelten mit großem Einsatz von Arbeitskraft und Freizeit an dem Bild aus 2000qm Folienbahn, 100 Litern Farbe und 1,5 Kilometern Klebeband. Einige Anhänger verzichteten sogar auf die Auswärtsfahrt zur Borussia Dortmunds Zweitvertretung.

Am vergangenen Dienstag, so heißt es in der Stellungnahme, teilte der Verein dann jedoch ohne nähere Angaben von Gründen mit, dass die Choreo abgeblasen werden müsse. Auf einem Krisengipfel tags darauf wollen Fanvetreter ihrerseits einen Kompromissvorschlag vorgebracht haben – zunächst jedoch ohne Ergebnis. Erst am Donnerstag soll schließlich Sportdirektor Ralf Rangnick selbst zähneknirschend einem Kompromiss zugestimmt haben. Die federführenden Fanclubs seien aber schließlich zu der Einsicht gelangt, dass weniger als 48 Stunden vor dem Anpfiff entsprechende Änderungen der Choreographie nicht mehr durchzuführen seien. Weiterhin sei auch innerhalb der Fanszene Streit ausgebrochen: „Leute, mit denen wir uns noch zwei Stunden zuvor über einen Stimmungsboykott einig waren, warfen uns jetzt Selbstdarstellung, Uneinsichtigkeit, opportunelles Verhalten und der gleichen mehr vor.“ Das Schreiben schließt mit der Ankündigung, dass die Zeit der Aufarbeitung begonnen habe.