Anzeige

National

RB Leipzig-Fanclub „Red Aces“ positioniert sich gegen die „LEGIDA“-Demonstration

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 08. Januar 2015
Quelle: imago

Der Fanclub Red Aces von RB Leipzig wendet sich mit einem offenen Brief an den eigenen Verein, die ZSL Betreibergesellschaft, den Oberbürgermeister und die Bürgerinnen und Bürger von Leipzig und bittet um Unterstützung beim Protest gegen die „LEGIDA“-Demonstration.

Am 12.01. soll ein Marsch des PEGIDA Ablegers, LEGIDA, in Leipzig stattfinden. Der RB-Fanclub Red Aces zeigt sich in einem offenen Brief besorgt über die aktuellen Entwicklungen und appelliert, dass der auserkorene Startpunkt der Demonstration, das Zentralstadion in Leipzig, nicht zur Schaubühne der LEGIDA-Organisatoren wird.

Konkret bittet der Fanclub darum, dass die Stadionbeleuchtung in und um das Zentralstadion am Montag ab 18.30 Uhr abgeschaltet wird, um so ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit zu setzen.

Im Folgenden der offene Brief der Red Aces im Wortlaut:

Offener Brief bezüglich der LEGIDA-Demonstration am 12.01.2015

Sehr geehrte Geschäftsführung des Vereins RasenBallsport Leipzig e.V.,
sehr geehrte ZSL Betreibergesellschaft mbH,
lieber Oberbürgermeister und liebe Leipziger Bürgerinnen und Bürger,

es sind nur noch wenige Tage bis auch Leipzig Teil von PEGIDA werden soll. LEGIDA wurde bereits angemeldet und die Mobilmachung dafür läuft auf Hochtouren.

Angespannt und verunsichert schauen wir auf die aktuellen Entwicklungen. Es ist für uns mehr als erschreckend, dass in Dresden mittlerweile 18.000 Menschen unter dem Banner der PEGIDA demonstrieren und somit bisher verdeckt gepflegte Ressentiments und Vorurteile offen ausleben und verbreiten.

Unsere Stadt schaut ins Ungewisse, denn bislang weiß niemand, wie viele Menschen sich LEGIDA anschließen werden und ob unsere Stadt Teil der rassistischen und islamophoben Demonstrationen werden wird.

Es macht uns traurig und wütend zugleich, wenn die LEGIDA-Organisatoren ihren „Abendspaziergang“ an unserem Stadion beginnen wollen. Das Zentralstadion kann unmöglich Schaubühne deren Aktion werden. Denn eins ist klar, Leipzig steht für Weltoffenheit, Toleranz und Vielfältigkeit. Genau wie der Verein RasenBallsport Leipzig und seine Fanszene. Wir wollen ein Stadion und eine Stadt frei von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit!

Anzeige

Ein Verein, der zahlreiche Kampagnen gegen Rassismus und Ausgrenzung unterstützt, kann dies unmöglich akzeptieren. Daher möchten wir als Teil der aktiven Fanszene des Vereins RasenBallsport Leipzig dazu aufrufen, aktiv zu werden:

Schalten Sie die Stadionbeleuchtung am/um das Stadion ab 18.30 Uhr aus und setzen Sie so ein Zeichen für ein weltoffenes Leipzig und einen Verein, welcher Rassismus und Fremdenfeindlichkeit ablehnt und dafür keinen Platz bietet!

Die letzten Wochen blieben in Dresden immer wieder Sehenswürdigkeiten dunkel, sobald die PEGIDA-Demonstration diesen Wegpunkt erreicht hatte. Gestern schaltete sogar der Kölner Dom seine Lichter aus.

Am 12.01. ist nun Leipzig an der Reihe. Unterstützen Sie die Demonstrationen für ein buntes Leipzig ohne Rassismus und Xenophobie.
Wichtiger denn je ist es zu zeigen, dass Leipzig dafür auf die Straße geht und ein Zeichen setzt!

Bitte kommen Sie diesem Anliegen nach.

Dankend,
RedAces Leipzig   (vertretend für das Bündnis „Rasenball gegen Rassismus“)

Vorherige Aktion gegen LEGIDA-Demonstration von RB Leipzig untersagt

Bereits beim letzten Heimspiel von RB Leipzig am 22.12. meldeten die Red Aces etliche Spruchbänder an, die einerseits allgemeine antirassistische Sprüche enthielten und sich andererseits direkt gegen die LEGIDA richteten. Keines der Spruchbänder wurde vom Verein genehmigt.

“Man wolle keine Politik im Stadion”, so der O-Ton der Entscheidungsträger. „An Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Gesunder Menschenverstand und Antirassismus mit Politik gleichzusetzen grenzt an Wahnwitz“, heißt es in dem diesbezüglichen Artikel auf der Homepage der Red Aces.

Trotz des Verbots präsentierten die Leipziger Anhänger ein Spruchband mit der Aufschrift “Leipzig ist vielfältig, weltoffen und tolerant – reicht Rassisten nicht die Hand”. Außerdem wurden T-Shirts mit einzelnen Buchstaben bemalt, die insgesamt den Schriftzug „NOLEGIDA!“ ergaben.

 

st