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National

„Dort werden wir RB kaputt raven!“

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 20. Februar 2015
Quelle: imago

Zweimal im Jahr kommt für die Fans aller Zweitligisten in dieser Saison der Tag, an dem die Anhänger sich der RB-Frage stellen müssen. Schon in der Hinrunde haben opponierende Fans sich dabei in den verschiedensten Formen des Protests ergangen. Der Illusion, sich damit in den Weg des aufstrebenden Klubs zu stellen, gibt sich aber wohl niemand mehr hin. Auch bei der Fanszene des 1. FC Nürnberg hat sich offenbar mehrheitlich die Erkenntnis durchgesetzt, dass den „Roten Bullen“ wohl kein Einhalt zu gebieten ist. Nicht zuletzt deshalb planen die Franken die Flucht nach vorn.

Auf der Website des „Ya Basta!“-Magazins rufen Nürnberger Fans dazu auf, den Protest gegen RB in Stadion zu tragen, statt das Spiel am 5. April zu boykottieren. „In erster Linie aber nicht, um RB Leipzig bloßzustellen und damit in den Vordergrund zu rücken, sondern die Einzigartigkeit unseres Vereins zu verdeutlichen. Wir wollen zeigen, warum der 1. FC Nürnberg in 100 Jahren immer noch als ‚der Club‘ bekannt sein wird und ein RB Leipzig trotz Geld und möglichen Erfolgen nie die Anziehungskraft eines ehrlichen Fußballklubs erreichen wird“, heißt es dazu.

Um möglichst viele Fans zu mobilisieren und als Reminiszenz an das Flair großer Auswärtsspiele organisiert die Nürnberger Fanszene einen Sonderzug nach Leipzig. „Schon bei dem Wort Sonderzug werden Erinnerungen wach – an die Fahrten wie nach Rom oder Berlin. Erinnerungen, warum wir etwas Besonderes sind und RB Leipzig nur ein Spielball, ein Marketingkonstrukt. Wie naiv sind die Leipziger ‚Fußballfans‘, dass sie glauben, durch diese ‚Eventmanufaktur‘ dieselben Gefühle und Momente zu erleben wie wir. Zeigen wir es ihnen – für uns!“

Vouchers für die Zugtickets soll es bereits beim nächsten Heimspiel gegen Union Berlin zu kaufen geben, die eigentlich Karten gibt es dann ab dem Heimspiel gegen den Karlsruher SC. Ein Ticket wird 70 Euro kosten. Darin enthalten ist jedoch neben der Zugfahrt und einer Eintrittskarte auch ein Motto-Shirt.

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Abschließend heißt es: „Alle anderen, die nicht mit dem Sonderzug fahren können/wollen, sind aufgerufen, sich Tickets für den Unterrang im Gästeblock zu kaufen. Dort wird der Bär steppen, dort werden wir RB kaputt raven!“

Beim Hinspiel hatten die Ultras Nürnberg unter anderem die Red-Bull-Verballhornung „Dead Bull“ ausgeschenkt und in Redebeiträgen auf die Gefahren hingewiesen, die ihrer Meinung nach vom Engagement des Red-Bull-Konzerns im Fußball ausgehen.