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National

RB-Fans wehren sich

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 06. August 2014
Quelle: imago

Heftiger Gegenwind weht derzeit dem Neu-Zweitligisten RB Leipzig und seinen Fans entgegen. Anhänger unterschiedlicher Zweitligisten haben eine bundesweite Kampagne gegen den Einfluss von Red Bull im Fußball gestartet, in zahlreichen Stadien der zweiten Liga gab es am Wochenende Spruchbänder und andere Aktionen. Nun setzen sich die Leipziger Fans zur Wehr.

Ein Kommentar auf der Seite rb-fans.de befasst sich ausführlich mit den Vorwürfen und Argumenten, die gegenüber dem ungeliebten Neuling in Liga Zwei geäußert werden. So kritisiert der Autor unter anderem, dass Fans von Vereinen wie dem FC Ingolstadt 04 und VfR Aalen gegen RB Leipzig protestieren, obwohl sie selbst in hohem Maße von Sponsoren und Einzelpersonen abhängig seien.

Darüber hinaus zählt die Seite faktische Fehler auf, die aus Sicht der Leipziger Fans in der Argumentation der RB-Gegner auftreten. So habe RB den SSV Markranstädt nicht übernommen und auch den Vereinsnamen nicht geändert. Auch die Behauptung, dass die Vereine Lokomotive und Chemie Leipzig wegen der Nachwuchsarbeit von RB von der Bildfläche verschwunden seien, zeuge von „krasser Unkenntnis der lokalen Gegebenheiten“, da der Niedergang der beiden Vereine lange vor der Entstehung von RB Leipzig begonnen habe.  

Argumente gegen RB gelten genauso gegen andere Vereine

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Vor allem aber wirft der Autor allen Kritikern eine „Doppelmoral“ vor: Die meisten Argumente gegen Red Bull, wie ein unnatürlich schneller Durchmarsch durch Deutschlands Ligen, ein Unternehmen, dem es nicht um den Verein, sondern vor allem um die eigene Marke gehe und fehlende Mitbestimmung, könne man auch bei anderen Vereinen vorbringen.

Auch ignoriere die „von Ahnungslosigkeit, Heuchelei und Doppelmoral geprägte Kampagne“ alle positiven Aspekte von RB Leipzig: Etwa werde dort „seit mindestes zwei Jahren professionell und mit klarem sportlichen Konzept gearbeitet“, das Leipziger Publikum biete 90 Minuten Support und die Tatsache, „dass in der Kurve von RB Nazis nichts zu sagen haben“, mache den Verein „schon dutzendfach sympathischer als so manchen anderen.“

Weil das die RB-Gegner wohl naturgemäß anders sehen, wird die Debatte über den Brause-Klub wohl noch einige Zeit anhalten und zu Diskussionen, Protesten und Boykotten in Deutschlands Fankurven führen.

Wir haben in der abgelaufenen Drittliga-Saison übrigens ein Interview mit einigen RB-Leipzig-Fans geführt, das ihr hier noch einmal nachlesen könnt.

fn