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Hintergründe

Stadionnamen: Das Ende des Ausverkaufs?

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 17. März 2014
Quelle: imago

Absurde Sponsor-Stadionnamen sind allgegenwärtig. Doch was bringt es wirklich? Womöglich geht es auch völlig ohne.

Nürnberg im Wandel. Was im Sommer noch das easyCredit-Stadion war, trägt seit dieser Saison den Namen des ortsansässigen Elektro-Unternehmens Grundig. Große Teile der Nürnberger Fanszene, darunter auch die Ultras Nürnberg, würden den Club stattdessen viel lieber im „Max-Morlock-Stadion“ spielen sehen, in Erinnerung an die Nürnberger Stürmerlegende. Unterstützung erfahren sie dabei auch von Fans anderer Vereine. Nun deutet sich tatsächlich eine Umbenennung an. Bloß sentimentaler Schnickschnack? Gerade kleine Vereine können auf die Einnahmen aus dem Namenssponsoring praktisch nicht verzichten und das „Nürnberger Modell“ ist bislang nicht mehr als ein Gedankenspiel. Dennoch könnte es Schule machen.

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Für Nürnberger Traditionalisten endete das Sommermärchen bereits im Frühjahr. Im Jahr 2006 vergab ihr „Glubb“ erstmals die Namensrechte des geliebten Frankenstadions. Viele FCN-Fans machten sich schon im WM-Jahr stark dafür, die 50.000er-Arena in „Max-Morlock-Stadion“ umzutaufen. Trotz breiten Protests ­spielten Marek Mintal und Co. von nun an unter dem easyCredit-Schriftzug. Sechs Jahre später folgte die nächste Umbenennung, der Club kämpft seither im Grundig-Stadion um den Klassenerhalt, der Vertrag mit dem heimischen Unternehmen läuft bis 2017.

Max, wir kommen!

Danach aber soll Schluss sein mit der kommerziellen Eskapade, wenn man Medienberichten Glauben schenken darf. Die Liste der Unterstützer des Max-Morlock-Stadions ist lang, die Namen kommen aus der ganzen Republik, tragen alle Farben. Nun scheinen sich Verein und Stadt endlich darauf verständigt zu haben, wie der Sponsor aus dem Stadionnamen verschwinden kann. Die Stadt ist der Betreiber des Stadions und hat als solcher natürlich nach wie vor Interesse an möglichst einträglicher Vermarktung. Die soll nun von der Bayrischen Lottogesellschaft kommen, die im Gegenzug für ihr Sponsoring Werbeflächen im Stadion erhalten soll. Am Ende könnte Nürnberg so auf Einnahmen durch den Verkauf Namensrechte verzichten. Ein Vorbild ist das Eintracht-Stadion in Braunschweig: Die Namensrechte liegen gleich bei fünf Sponsoren, die alle darauf verzichten, im Stadionnamen aufzutauchen. Dieses Konzept sei „zukunftsträchtig“, meint auch Prof. Dr. André Bühler, Direktor des Deutschen Instituts für Sportmarketing.

Wer mit wem?