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International

Rassismus-Skandal erhält politische Dimension

Autor: Nicolas Breßler Veröffentlicht: 23. Februar 2015
Quelle: imago

Nach der rassistischen Entgleisung einiger Chelsea-Anhänger in Paris, versucht der Klub vehement den erlittenen Imageschaden zu reparieren und hat sich bei dem Opfer in einem offenen Brief entschuldigt. Zudem wurden zwei weitere mutmaßliche Beteiligte identifiziert. Der Eklat hat weltweit für Empörung gesorgt: Auch die UNO sowie Frankreichs Staatspräsident äußerten sich.

In einem am Samstag veröffentlichten Statement, distanzierten sich die Londoner in aller Deutlichkeit und entschuldigten sich bei dem Opfer Souleymane S. für die nicht zu entschuldigende Aktion. Der Verein stellte klar, dass man ein Klub der Vielfalt sei und sich gegen Diskriminierung jeder Art engagiere. Ebenfalls seien zwei weitere Anhänger verdächtigt, gegen die ein vorübergehendes Stadionverbot ausgesprochen wurde. Zudem seien ebenso Ermittlungen in Gange gegen Chelsea-Anhänger, die nach dem Spiel am Londoner St. Pancras Bahnhof fremdenfeindliche Parolen skandiert hatten.

Der Vorfall hat nun auch eine politische Dimension erreicht: Frankreich Staatspräsident Francois Hollande hat mit dem Opfer telefoniert: „“Präsident Hollande hat mit Souleymane S. gesprochen. Er hat dabei seine Abscheu über diese widerwärtige Attacke zum Ausdruck gebracht und S. Unterstützung angeboten“, hieß in einer Mitteilung des zuständigen Büros. Auch die UNO hat sich eingeschaltet und einen Appell an die Öffentlichkeit gerichtet: „Es ist wichtig, aus der Empörung über diese hässliche Tat Energie für den Kampf gegen jede Form von Rassismus zu schöpfen, egal wo und in welcher Form er auftritt“, so ein Sprecher der Organisation.

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Chelsea-Trainer Jose Mourinho zeigte sich, in der Pressekonferenz vor dem Spiel der „Blues“ gegen den FC Burnley, „beschämt“ und hatte die Idee des Vereins befürwortet, Souleymane S. zum Rückspiel gegen Paris St. Germain einzuladen. Gegenüber der Zeitung  Le Parisien gab der Familienvater jedoch an, sich im Moment nicht in der Lage zu sehen, ein Fußballspiel zu besuchen,wenngleich ihn die Einladung berührt habe.

Am Dienstagabend hatten Chelsea-Anhänger, vor dem Championsleague-Achtelfinalspiel gegen Paris St.Germain, Souleymane S. den Einstieg in die U-Bahn verweigert, nachweislich wegen seiner dunklen Hautfarbe. In Anschluss hatten sie „Wir sind Rassisten und das ist auch gut so“ gesungen.