Anzeige

International

Rassentrennung „gute Idee“?

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 27. Oktober 2015
Quelle: imago

Der Geschäftsführer vom Olympiastadion in Kiew, Volodimir Spilchenko, hat sich zu den rassistischen Vorfällen auf den eigenen Rängen geäußert. Ein Vorschlag ist so kurios wie verstörend.

Bei dem Champions League-Spiel gegen Chelsea FC sind vier dunkelhäutige Anhänger des ukrainischen Klubs im Block angegriffen worden. Um in Zukunft solche Szenen zu vermeiden, wurden verschiedene Lösungsvorschläge diskutiert. Einer davon sorgt international für Entsetzen.

Im Interview mit der Washington Post hat der Verantwortliche gesagt: „Wir versuchen, vielleicht, einen speziellen Block [für schwarze Fans] einzurichten, um die Ausprägung von Rassismus zu vermeiden.“ Auch wenn es nicht sein eigener Vorschlag gewesen sei, hält Spilchenko dies für eine „gute Idee“. Man habe den Anhängern aus diesem Grund schon während des Spiels andere (teurere) Plätze angeboten, aber dieses Angebot hätten die Fans ignoriert.

Anzeige

Die Presseabteilung des Olympiastadions hat sich derweil zu der Debatte geäußert. Demnach sei Spilchenko unvollständig zitiert worden. Man habe die anschließende Erklärung der Aussage nicht veröffentlicht. Hier soll der Verantwortliche die Schaffung eines eigenen Blocks oder irgendeine andere Trennung kategorisch ausgeschlossen haben. Außerdem solle er stets gegen weitere Barrieren für Fans gewesen sein. Dieser Teil seines Statements habe gefehlt.

Piara Powar, Chef von FARE (Football Against Racism in Europe) zeigte sich ebenfalls schockiert. „Dies ist keine Initiative die von ihm kommt, aber es ist ein Maßstab dafür wie hoffnungslos einige dieser Typen im Moment sind und für wie trivial sie das Thema halten.“ Die Idee getrennter Blocks hält er für „vollkommen lächerlich“.