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National

Rapid wehrt sich: Drohungen gingen von „Hansa-Hools“ aus

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 18. Juni 2014
Quelle: Youtube (Screenshot)

Das geplante Freundschaftsspiel zwischen Hansa Rostock und Rapid Wien anlässlich des 60-jährigen Jubiläums des Ostseestadions beschäftigt die Vereine noch immer. Am Dienstag hatte Hansa auch das ersatzweise angelegte Testspiel gegen Ferencvaros Budapest abgesagt. Zur Begründung hieß es, „dass in Hooligan-Kreisen des SK Rapid Wien und deren befreundeter Fangruppierungen aus dem In- und Ausland die feste Absicht vorliegt, unsere Veranstaltung zu stören.“ Das wollen die Österreicher so nicht auf sich sitzen lassen.

Rapid hat sich in einer Stellungnahme eindeutig von den Vorwürfen distanziert. Die einzige Drohung sei bisher überhaupt von einer Minderheit von Anhängern des FC Hansa Rostock ausgegangen. Der Drittligist versuche nun, einem mittlerweile völlig unbeteiligten Klub die Schuld für die Absage in die Schuhe zu schieben.

 

Zudem habe auch der DFB, auf dessen Informationen sich Hansa bei der Einschätzung der Gefahrenlage berufen hatte, sich nicht bei den Sicherheitsverantwortlichen von Rapid Wien erkundigt.

 

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Nachfolgend die Stellungnahme des SK Rapid Wien im Wortlaut:

 

Nachdem der FC Hansa Rostock am Dienstag, unüblicherweise am späten Nachmittag direkt vor Beginn der WM-Spiele in Brasilien, seineJubiläumsveranstaltung am 27. Juni mit einer für den SK Rapid in keiner Weise nachvollziehbaren Begründung (siehe http://www.fc-hansa.de/index.php?id=154&oid=41614) abgesagt hat und diese Argumentation selbst vom hoch seriösen deutschen Sportinformationsdienst (SID) übernommen wurde, ist es notwendig, eineKlarstellung vorzunehmen.

Die Verantwortlichen aus der norddeutschen Hansestadt haben bereits bei ihrer Mitteilung (Presseaussendung vom 12. Juni) bzgl. der Absage des SK Rapid den Inhalt der Absage unrichtig und sinnentstellt wiedergegeben: „Nun sagten die Wiener kurzfristig ihre verbindliche Teilnahme ab und begründeten diesen Schritt mit Sicherheitsbedenken durch zu erwartende gewaltbereite Verhaltensweisen ihrer eigenen Rapid-Anhänger.“ Wie und warum die Verantwortlichen des FC Hansa auf diese Argumentation kamen, entzieht sich unserer Kenntnis. Da der SK Rapid um Transparenz bemüht ist, findet Ihr hier auch die Original-Absage des SK Rapid, die übrigens einige Tage vorher erfolgte, aus Rücksicht und auf Bitte des deutschen Drittligisten aber bis zum Zeitpunkt des Engagements eines Ersatzgegners nicht veröffentlicht wurde.

Aufgrund der gestrigen Absage der Jubiläumsfeierlichkeiten sieht sich der SK Rapid darin bestätigt, dass es die einzig mögliche Entscheidung war, daran nicht teilzunehmen, wiewohl die nunmehrige Begründung der Gastgeber die Annahme erlaubt, dass hier versucht wird, einem mittlerweile völlig unbeteiligten Klub die Schuld in die Schuhe zu schieben. Fakt ist, dass es im Vorfeld der Absage ausnahmslos Drohungen und Provokationen einer Minderheit von Anhängern des FC Hansa Rostock gab, die in einem veröffentlichten You-Tube-Video sogenannter „Hansa Hools“ (zu sehen unter http://youtu.be/J-howM32xrw) einen echten Tiefpunkt fanden. Auch deswegen und vor allem aufgrund der Gefahreneinschätzung der Wiener Polizei hat sich der SK Rapid Ende Mai entschlossen, die Teilnahme am Jubiläumsspiel des einstigen Ostsee-Stadions abzusagen, siehe dazu auch die schlussendlich am 12. Juni publizierte Pressemitteilung unter http://presse.skrapid.com/News_Detail.aspx?id=6068&menueid=899. Dass nun laut Ausführungen der Hanseaten der DFB die Abhaltung des Jubiläumsspiels gegen Ersatzgegner Ferencvaros aus Sicherheitsbedenken nicht gestattet, ist ein Beleg, dass der SK Rapid mit seiner Einschätzung richtig lag. Da von Seiten des DFB, der zurecht nicht nur als größter, sondern auch als seriösester Sportverband der Welt gilt, keinerlei Nachfragen bei den Sicherheitsverantwortlichen des SK Rapid eintrafen, wird dieser in den nächsten Tagen um die Übermittlung seiner Einschätzung gebeten.

Dies geschieht ebenfalls aus Gründen der notwendigen Transparenz, denn eigentlich wäre diese offensichtlich nicht erteilte Genehmigung bereits vor der Absage des SK Rapid, der allerdings von einer Einschätzung des Deutschen Fußball-Bundes Abstand nahm, dringend notwendig gewesen. 

Rapid-Präsident Michael Krammer erläutert die Gründe der Rapid-Absage, die wie oben erwähnt den Verantwortlichen des FC Hansa Rostock bereits Tage vor der öffentlichen Bekanntgabe übermittelt wurde, abschließend noch einmal: „Der SK Rapid steht für Fairplay, Teamgeist und Respekt, und setzt sich gegen jede Form von Gewalt rund um den Fußball ein. Als Verein tragen wir Verantwortung für unsere Mannschaft und unsere Fans. Die illegale Aktion von sogenannten Hansa Hools und einige andere Informationen, die uns vorliegen, weisen eindeutig darauf hin, dass hier Ausschreitungen bewusst provoziert werden. Dieses Verhalten akzeptieren wir nicht, weil die Sicherheit unserer Spieler und etwaiger mitreisender Zuschauer nicht mehr garantiert ist. Nach reiflicher Überlegung und aufgrund der Gefahreneinschätzung der Wiener Polizei sahen wir uns deshalb leider veranlasst, die Teilnahme am Match abzusagen. Wir bedauern diese Situation, denn wir hatten uns schon sehr auf das Gastspiel beim FC Hansa Rostock gefreut. Wir bitten aber gleichzeitig um Verständnis für diesen Schritt, der wohlüberlegt im Sinne des Fußballs erfolgt“, so der Rapid-Präsident, der ergänzt: „Aufgrund der Vorzeichen wäre es unverantwortlich, zu diesem Match anzutreten, leider ist es einigen radikalen Chaoten damit gelungen, ein geplantes friedfertiges Fußballfest durch massive Drohungen zu verhindern. Der SK Rapid steht aber – sofern es wie in diesem Fall durch den Freundschaftsspielcharakter in seinem Einflussbereich liegt – nicht zur Verfügung, gewaltbereiten Personen eine Bühne zu bieten, die auch für unseren Klub, der vor sehr großen Aufgaben steht, einen großen Imageschaden herbeiführen könnten!“