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National

Pyrotechnik ist oftmals tatsächlich keine Straftat

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 16. März 2017
Quelle: imago

„Pyrotechnik ist kein Verbrechen“ ist wohl einer der gängigsten Slogans der deutschen Ultra-Bewegung. Und tatsächlich beurteilen viele Gerichte das Abbrennen von Pyro mittlerweile nicht als Straftat, sondern lediglich als Ordnungswidrigkeit nach dem Sprengstoffgesetz.

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Dieser Praxis folgte auch jüngst die Staatsanwaltschaft Bochum und stellte das Strafverfahren gegen einen Hannover-Fan mangels hinreichenden Tatverdachts ein. Der 96-Anhänger hatte beim Auswärtsspiel in Bochum in einem leerstehenden Bereich des Gästeblocks durch das Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung zertifizierte Pyrotechnik gezündet. Infolge des eingestellten Strafverfahrens hob auch der VfL Bochum das verhängte Stadionverbot wieder auf.

Diese mittlerweile bundesweit gängige Praxis der Staatsanwaltschaften und Gerichte, das Abbrennen von Pyrotechnik als Ordnungswidrigkeit nach dem Sprengstoffgesetz und nicht als Straftat zu behandeln, begrüßt die Fanhilfe Hannover in einer Mittelung ausdrücklich.

Kritik übt die Fanhilfe in diesem Zusammenhang hingegen an der Vergabepraxis von Stadionverboten: „Es kann nicht sein, dass es nunmehr dutzende gleichlautende Gerichtsurteile gibt, wonach abzusehen ist, dass in besagten Fällen keine Straftat vorliegt und die Betroffenen dennoch für den Zeitraum der Ermittlungsverfahren ein Stadionverbot erhalten. Den Aufwand können sich alle Seiten einerseits sparen, andererseits täten Liga und Verband gut daran, sich selbst dadurch nicht noch weiter ins Abseits zu manövrieren“, so ein Sprecher der Rechtshilfe-Organisation..

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