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National

Proteste gegen Montagsspiele in Bremen und Karlsruhe

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 03. Mai 2016
Quelle: imago

Das war es also: Das erste planmäßige Montagsspiel in der Geschichte. In fußballerischer Hinsicht war der 6:2-Sieg des SV Werder Bremen über den VfB Stuttgart ein absolutes Spektakel. Die Proteste auf den Rängen gegen die Antoßzeit, die es ab der Saison 2017/2018 fünf Mal pro Spielzeit geben soll, waren jedoch nicht zu übersehen. 

So blieb der Gästeblock im Bremer Weser-Stadion nach dem Boykott-Aufruf der Cannstatter Kurve zwar nicht komplett leer, angesichts der geringen Anzahl mitgereister Stuttgarter sowie fehlender Beflaggung war das Bild aber doch eher trostlos. Auch auf Bremer Seite protestierten die Fans, die sich dem Boykott der Ultras nicht angeschlossen hatten, mit zahlreichen Bannern gegen Montagsspiele: Aus dem Umfeld der Initiatoren der „#greenwhitewonderwall“-Aktion betonten Werder-Anhänger etwa auf einem Spruchband, dass die „Liebe im Abstiegskampf“ nicht mit „Montagstoleranz“ zu verwechseln sei.

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Zudem zeigten die Fans in der Ostkurve ein riesiges „Pro Samstags 15:30“-Banner, das durch Transparente mit der Aufschrift „Spieltagszerstückelung stoppen!“ ergänzt wurde. Auch Kater Garfield, ebenfalls alles andere als ein Fan von Montagen, wurde inklusive „We hate Mondays“-Sprechblase in der Ostkurve gesichtet. In Richtung der DFL war auf einem ironischem Spruchband zu lesen: „€ure Armut kotzt uns an!“

Aufgrund der Ansetzung dieser Partie auf den Montagabend wurde das reguläre Montagsspiel der 2. Bundesliga zwischen dem Karlsruher SC und dem SV Sandhausen bereits um 18:30 Uhr angepfiffen. Auch hier gab es massive Proteste. So hatten sich die Karlsruher Ultras zu einem Stimmungsboykott in den ersten 60 Spielminuten entschlossen, Teile der Gegengerade blieben in dieser Zeit sogar komplett leer. Stattdessen mahnten die KSC-Fans an dieser Stelle per Spruchband: „Fußball täglich als TV-Erlebnis – leere Stadien sind das Ergebnis!“ Zudem präsentierten sie das Banner eines Krankenscheins, auf dem als Diagnose „Mein Verein spielt an einem Werktag“ sowie die „DFL Nervenanstalt“ als nächstgelegenes Krankenhaus eingetragen waren.

In Karlsruhe passte sich auch das Spiel den Gegebenheiten auf den Rängen an, mehr als eine Stunde lang boten die beiden Mannschaften äußerste Magerkost. Mit der Beendigung des Boykotts schien dann jedoch zumindest die Mannschaft des KSC aufzuwachen und erzielte in der verbleibenden Spielzeit noch drei Tore.