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National

ProFans will weiter gegen Anstoßzeiten protestieren

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 01. Dezember 2014
Quelle: imago

Werder Bremen erhält den Negativpreis SAM (SpielAnsetzungsMonster) für den Monat Dezember. Die Werder-Fans müssen die weitesten Strecken zurücklegen, etwa an einem Sonntagabend zum Auswärtsspiel nach Frankfurt (442 Kilometer) oder an einem Mittwochabend nach Mönchengladbach (322 Kilometer) reisen.

Die Abkürzung SAM steht für „SpielAnsetzungsMonster.“ Das SAM wird einmal im Monat vom Bündnis ProFans als Negativpreis an die Fanszene vergeben, die am meisten unter den fanunfreundlichen Anstoßzeiten leiden muss. Der Preis soll die Fanszenen zu noch mehr Engagement gegen diese unerträglichen Missstände motivieren und die Öffentlichkeit über die Problematik aufklären. Auf den Plätzen Zwei und Drei liegen für den Monat Dezember 2014, im negativen Ranking der Jury von ProFans, die Fanszenen vom FC Sankt Pauli und von Eintracht Braunschweig.

Mit der fünften und letzten Verleihung des SAM im Jahr 2014 zieht „ProFans“ gleichzeitig ein Fazit der bisherigen Preisverleihungen und Aktionen und blickt auf das kommende Jahr voraus. Dabei gibt es durchaus Erfolge zu verzeichnen. Herthas Finanzgeschäftsführer Ingo Schiller etwa habe sich öffentlich für die Einführung der von Fanseite geforderten 300-Kilometer-Regel eingesetzt. Zudem seien zuletzt Spiele so angesetzt worden, wie es den Forderungen von ProFans entspreche. „Positiv zu erwähnen ist auch, dass die Bekanntgabe der Spielansetzung zuletzt sehr viel früher erfolgte als in der Vergangenheit. Eine langfristige Planung der Auswärtsfahrten ist somit auch bei schwierigeren Ansetzungen eher möglich“, sagt Jakob Falk, Sprecher von ProFans.

Diese beiden Punkte wären eigentlich ein Grund zur Freude, wenn sie nicht durch weiterhin nicht hinnehmbare Spieltagsansetzungen vor allem in Liga 2 und 3 überschattet werden würden, heißt es in der Mitteilung des Bündnisses. „Uns ist auch klar, dass die derzeitig verbesserte Situation eine Momentaufnahme sein kann. Allein durch die festgesetzten Anstoßzeiten von Freitag bis Montag, werden zwangsläufig wieder unmögliche Ansetzungen auf uns zukommen“, sagt Gloria Holborn von ProFans.

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Daher wird ProFans auch in der Rückrunde weiter das SAM verleihen, um das Thema unablässig in der Öffentlichkeit anzusprechen. ProFans-Sprecher Alex Schulz: „Wir werden auch im kommenden Jahr beim Thema Anstoßzeiten am Ball bleiben. Wir haben in dieser Hinrunde erlebt, dass die Sache viele Fans sehr belastet und dass wieder neues Leben in den Protest gekommen ist. Als Einzelkämpfer können wir vermutlich wenig ausrichten. Uns ist bewusst, dass das Interesse der Fußballvereine bei den Verbänden mehr Gewicht hat. Daher sollten die Fans des Landes alles versuchen, um ihre Vereine aktiv mit ins Boot zu holen. In einigen Fällen hat das schon sehr gut geklappt und die Erfolge wurden öffentlich bekannt.“

ProFans ruft daher die künftigen Preisträger des SAM, sowohl die Fanszenen, als auch die Vereine, dazu auf, den bisherigen Gewinnern zu folgen, auf die Forderungen von fanfreundlichen Anstoßzeiten öffentlich zu reagieren und somit den Druck auf die Verantwortlichen zu erhöhen. Das Bündnis ProFans fordert von der DFL öffentliche Erklärungen für das Zustandekommen der fanunfreundlichen Ansetzungen für den Monat Dezember 2014. „Wir Fußballfans sind nicht länger gewillt, solche Ansetzungen einfach so hinzunehmen“, heißt es in einer Pressemitteliung des Bündnisses.

Wir haben mit ProFans-Sprecher Jakob Falk über die Hintergründe des Protests und mögliche Lösungen gesprochen.