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Pro Verein 1896: „Die 50+1-Regel gilt weiterhin“

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 01. August 2017
Quelle: imago

Auf einer Sitzung am Montagabend hat der Aufsichtsrat von Hannover 96 einem Beschluss des Vorstands zugestimmt, 51 Prozent der Gesellschaftsanteile an der Hannover 96 Management GmbH an Martin Kind zu verkaufen. Nun will der Klub bei der DFL einen Antrag auf Erteilung einer Ausnahmegenehmigung von der 50+1-Regel stellen. Laut der Interessengemeinschaft ProVerein 1896 ist das jedoch gar nicht möglich. 

Denn auf der letzen Mitgliederversammlung haben die Vereinsmitglieder mit einer Mehrheit von 75 Prozent beschlossen, dass der Vorstand um Kind vor der Stellung eines Ausnahmeantrags von der 50+1-Regel bei der DFL die Vereinsmitglieder nicht nur detailliert informieren, sondern überhaupt über die Stellung eines Übernahmeantrages entscheiden lassen muss.

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Martin Kind hingegen sieht diesen Beschluss offenbar lediglich als Empfehlung und will sich darüber hinwegsetzen. Um die Mehrheit an der Management GmbH, die den Geschäftsführer der Profiabteilung bestimmt, tatsächlich zu übernehmen, braucht Kind die Zustimmung der DFL. Im Falle einer Genehmigung würde Hannover 96 dadurch auf den gleichen Status gestellt wie Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim.

Um das zu verhindern, will Pro Verein nun sowohl den vereinseigenen Ehrenrat als auch ordentliche Gerichte einschalten. Diese sollen bestätigen, dass der Beschluss der Mitgliederversammlung bindend ist. Auch bei den mehr als 100 abgelehnten Mitgliedsanträgen dürfte das letzte Wort noch nicht gesprochen sein. Im Kampf um die 50+1-Regel droht also ein langer Rechtsstreit.

Zudem wird die aktive Fanszene das Vorgehen von Kind wohl kaum einfach so hinnehmen. Bereits am Montagabend versammelten sich rund 300 Fans zu einer spontanen Demonstration vor der Geschäftsstelle. Immer wieder erklangen „Kind muss weg“-Sprechchöre.

Das letzte Zerwürfnis zwischen Kind und der Fanszene gipfelte darin, dass die Ultras des Vereins, die Spiele der Profimannschaft nicht mehr besuchten. Laut einem NDRBericht wird in der Hannoveraner Fanszene auch dieses Mal ein (Stimmungs-)Boykott diskutiert.