Anzeige

National

Polizeikontrollen: Dynamo-Fans verpassen Pokalspiel in Freiburg

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 26. Oktober 2017
Quelle: Polizeipräsidium Freiburg

Ungewohnter Anblick im Gästeblock beim Pokalspiel zwischen dem SC Freiburg und Dynamo Dresden: Weder die Zaunfahne der Ultras Dynamo noch die Banner weiterer Gruppen der aktiven Fanszene waren zu sehen. Ursache dafür waren ausgiebige Kontrollen der Freiburger Polizei, die rund 170 Dynamo-Fans am Besuch des Spiels hinderten. 

Anlass für diese Kontrollen waren nach Polizeiangaben der Einsatz von Pyrotechnik sowie das Sprühen von Graffiti noch auf der Anreise zum Spiel. Von den 170 Personen, die die Polizei bereits im Vorfeld kontrollierte, seien zudem „zahlreiche polizeibekannt“ und „aufgrund ihres Auftretens in der Vergangenheit als problematisch eingestuft“ worden.

Daher entscheid sich die Polizei, die Fans an einer eigens dafür eingerichteten Stelle erneut zu kontrollieren. Dabei fand sie nach eigenen Angaben Pyrotechnik, Vermummungsmaterial, ein Messer und Schutzbewaffnung wie Mundschutze. Die Kontrollen nahmen dabei so viel Zeit in Anspruch, dass die Dynamo-Fans das Spiel verpassten.

Zudem setzte die Polizei während des Spiels Pfefferspray ein, weil Dynamo-Fans Polizisten und Ordner angegriffen haben sollen. Nach Schlusspfiff verhängte die Polizei eine halbstündige Blocksperre für die Gästefans. Dabei sollen diese gegen Türen zu anderen Blöcken und andere Gegenstände vorgegangen sein sowie versucht haben, einen „Zaun mit Gewalt zu überschreiten“. Erneut setzte die Polizei daraufhin Pfefferspray und körperliche Gewalt ein.

Anzeige

Beim Verlassen des Stadions hätten Dynamo-Fans dann einen Kiosk angegriffen, dort Lebensmittel entwendet und diese dann anschließend auf dem Vorplatz um sich geworfen, so die Polizei. Insgesamt seien am Spieltag drei Polizeibeamte und ein Ordner verletzt worden.

Etwas anders stellt hingegen die Schwarz-Gelbe Hilfe die Geschehnisse dar und spricht von „skandalösen Zuständen“ in Freiburg. Die Fanhilfe geht davon aus, dass das Vorgehen der Polizei langfristig geplant war. So seien mehrere Fanclubs und Gruppen der aktiven Fanszene auf ein umfangreich vorbereitetes Gelände der ehemaligen Polizeidirektion Freiburg eskortiert worden. Zuvor sei die Autobahn gesperrt und sämtliche Abfahrten kilometerweit blockiert worden.

„Eine Aufzählung aller Widrigkeiten, den zahllosen Eskalationsversuchen im und am Stadion von Seiten der Polizei, das Festhalten aller Personen in den Kontrollstellen um keinen Stadionbesuch zu ermöglichen und die teilweise bis in den frühen Morgen fortgesetzten polizeilichen Maßnahmen wollen wir an dieser Stelle noch nicht bewerten“, so die Schwarz-Gelbe Hilfe. Unter anderem hätten mehrere Polizisten ihr Vorgehen als „Rache für Karlsruhe“ betitelt.

Eine ausführliche Auswertung sei erst nach detaillierten Berichten und rechtliche Prüfung möglich.“ Bereits jetzt steht für die Fanhilfe jedoch fest, „dass mit solchen fragwürdigen Einsätzen eine Rechtsstaatlichkeit und ein Bürgervertrauen in die Polizei untergehen wird.“

Noch in der Nacht kündigte auch Dynamo Dresden an, die Vorfälle und die Einsatzstrategie im und vor dem Gästeblock gemeinsam mit dem Fanprojekt Dresden und den Sicherheitsträgern intensiv auszuwerten.