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National

Polizei wollte Gedenkturnier für verstorbenen Ultra verhindern

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 29. Juni 2015
Quelle: imago

Am 20. Juni veranstalteten die Ultras Nürnberg ein Gedächtnisturnier für einen der ihren, der im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen war. Dass das Turnier überhaupt stattfinden konnte, grenzt an ein Wunder, angesichts der Steine, die Polizei und Politik den Ultras dabei in den Weg legten.

Wie die Ultras auf ihrem Blog berichten, war ursprünglich geplant, das Turnier in Mellrichstadt, der Heimatstadt von „Adi“, dem verstorbenen Ultra auszurichten. Weil die Polizei aber Bedenken hatte, stimmte der Bürgermeister einer Nutzung des ausgewählten Sportplatzes nicht zu. So teilte die Polizeiinspektion Mellrichstadt dem Bürgermeister unter anderem mit, dass 1000 gewaltbereite & rechtsradikale Ultras aus dem In- und Ausland nach Mellrichstadt reisen und alles in Schutt & Asche legen würden. Auch sei das Turnier eigentlich eine Drittortveranstaltung, zu der auch die Ultras der verfeindeten Münchner Schickeria erwartet würden.

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Eine geplante Austragung des Turniers in Ostheim wusste die Polizei anschließend ebenfalls zu verhindern. Ein weiterer Anlauf an einem dritten Ort verlief dann letztendlich erfolgreicher, sodass das Turnier am 20. Juni doch noch stattfinden konnte. Die Geschehnisse im Vorfeld bezeichnen die Ultras als „beispielloses Exempel polizeilicher Schikane.“

Eindrücke des Gedächtnisturniers, an dem auch befreundete Ultras aus Gelsenkirchen, Wien, Göteborg und Brescia teilnahmen, haben die Ultras Nürnberg in einem bewegenden Video zusammengefasst: