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National

Polizei verhindert Aufeinandertreffen von Leverkusener und Kölner Hooligans

Autor: Sören Stephan Veröffentlicht: 30. November 2014
Quelle: imago

Die Polizei hat am Freitagabend offenbar eine Massenschlägerei zwischen Leverkusener und Kölner Hooligans verhindert. Auch vor dem Spiel kam es zu Ausschreitungen, als Kölner Fans versuchten das Stadion zu stürmen.

Unmittelbar vor dem Spiel in Leverkusen bekamen die Einsatzkräfte vor Ort viel zu tun, als einige FC-Fans versuchten über einen Zaun am Gästeblock zu klettern, um so ins Stadion zu gelangen. Einige bahnten sich auch so den Weg hinein. Die Beamten setzten Schlagstöcke ein, um die Situation unter Kontrolle zu bekommen.

Nach dem Spiel blieb es vergleichsweise ruhig und die Polizei zog ein positives Fazit aus ihrem Einsatz: „Aufgrund der konsequenten Trennung der beiden Fanlager ist es uns gelungen, Ausschreitungen zu verhindern“, erklärte der Einsatzleiter, Polizeioberrat Hans-Dieter Husfeldt.

Treffen vor offenbar verabredeten Leverkusener und Kölner Hooligans verhindert

Am Vorabend des Derbys konnte ein Aufeinandertreffen von rund 250 Hooligans verhindert werden. 140 Anhänger des 1. FC Köln wurden an einer Szene-Kneipe in Köln von Polizeibeamten angehalten und kontrolliert. Dabei konnten Sturmhauben, Bengalos und Drogen sichergestellt werden. Die Personen erhielten Platzverweise für bestimmte Stadtteile von Köln und Leverkusen.

Bei den angetroffenen Personen soll es sich um Hooligans und Ultras des FC gehandelt haben. Dies berichtet der WDR.

Zur gleichen Zeit sollen circa 100 Hooligans aus Leverkusen daran gehindert worden sein, zu einer offenbar verabredeten Auseinandersetzung mit den Kölner Hooligans an einem unbekannten Ort vorzudringen.

Im Folgenden die Pressemitteleilung der Polizei Köln im Wortlaut:

Eine positive Bilanz zieht die Polizei nach dem rheinischen Derby zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem 1. FC Köln am heutigen Samstagnachmittag (29. November). „Aufgrund der konsequenten Trennung der beiden Fanlager ist es uns gelungen, Ausschreitungen zu verhindern“, erklärte der Einsatzleiter, Polizeioberrat Hans-Dieter Husfeldt.

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Bereits im Vorfeld hatte die Polizei gegen 25 Kölner und 21 Leverkusener Fans Bereichsbetretungsverbote ausgesprochen. Darüber hinaus wurden 87 weitere Problemfans mit einem normverhaltenen Schreiben schriftlich aufgefordert, sich friedlich zu verhalten. Zusätzlich wurden gegen drei Leverkusener und vier Kölner Fans Meldeauflagen verhängt. In Zusammenarbeit mit der Bundespolizeiinspektion Köln wurde ein gemeinsamer Fanbrief verfasst und schriftliche Gefährderansprachen an Kölner Problemfans versendet.

Nach Hinweisen auf eine mögliche Auseinandersetzung wurden am gestrigen Abend (28. November) an einem bekannten Szene-Lokal in der Kölner Innenstadt 140 Anhänger des 1. FC Köln von starken Polizeikräften angehalten und kontrolliert. Dabei stellten die Beamten Sturmhauben, Bengalos und Drogen sicher. Nachdem die Personalien aller Verdächtigen festgestellt worden waren, erhielten alle Angetroffenen Platzverweise für Teile des Kölner Stadtgebiets und Leverkusen.

Am heutigen Mittag traten etwa 800 Kölner Anhänger, darunter etwa 350 Problemfans, die Reise mit einem Entlastungszug nach Leverkusen an. Dabei schlugen bislang Unbekannte eine Deckenverkleidung ein, zerstörten eine Einstiegstür und verunreinigten die Abteile. Der Zug musste ausgesetzt werden. Der Schaden beläuft sich auf einen vierstelligen Eurobetrag. Die Bundespolizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen Verstößen gegen das Sprengstoffgesetz und Sachbeschädigung ein.

Während der Ankunft am Haltepunkt Leverkusen-Mitte zündeten einige Unbelehrbare mehrmals pyrotechnische Gegenstände auf dem Bahnsteig. Ein Tatverdächtiger konnte ermittelt werden. Ebenfalls sprangen einiges Fans in die Gleisanlagen, woraufhin diese für etwa zehn Minuten komplett gesperrt werden mussten.

Nachdem die Gästefans von Polizeikräften zur BayArena begleitet worden waren, versuchten mehrere Kölner Fans, die Zäune am Gästeblock zu überklettern, um auf das Stadiongelände zu gelangen. Durch das schnelle Eingreifen der Einsatzkräfte konnte dieses Vorhaben unterbunden werden. Ein Polizeibeamter erlitt durch die Zündung eines Böllers ein Knalltrauma.

Nach Spielende verließen beide Fanlager zügig und ohne besondere Vorkommnisse das Stadion und machten sich auf den Heimweg. Durch einen technischen Defekt an der Bahn konnte der Entlastungszug mit den Kölner Anhängern erst mit Verspätung gegen 19.20 Uhr abfahren.

Im Kölner Hauptbahnhof kam es zu einer Auseinandersetzung zwischen Leverkusener Fans mit einer Gruppe, die sich auf einem Junggesellenabschied befand. Die Schlägerei wurde durch das Einschreiten der Bundespolizei beendet. Ein Strafverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung wurde eingeleitet.

Insgesamt wurden im Gesamteinsatzverlauf sieben Personen in Gewahrsam genommen und 16 Ermittlungsverfahren wegen unterschiedlicher Delikte eingeleitet.

„Durch die gute Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, den beteiligten Vereinen und den Städten Köln und Leverkusen haben wir dafür gesorgt, dass die friedlichen Fans einen stimmungsvollen Fußballnachmittag erleben konnten“, bilanzierte der Polizeieinsatzleiter.

 

st