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National

Polizei hinderte Union-Fans offenbar am Verlassen des Stadions

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 06. Oktober 2014
Quelle: imago

Plötzlich wurde es leer im Gästeblock beim Spiel zwischen dem FC St. Pauli und Union Berlin. Nicht dass der Spielverlauf für die Köpenicker besonders erbaulich gewesen wäre, aber weder der 0:1-Rückstand, noch die frühe Rote Karte gegen Björn Jopek hatten die Gäste vergrätzt.

Während der Halbzeitpause verschwanden sämtliche Zaunfahnen und wenig später hatten zumindest die Ultras den Gästeblock verlassen. Was genau vorgefallen ist, lässt sich nur mühsam rekonstruieren. Dutzende Berichte mitgereister Fans im Netz lassen aber Rückschlüsse darauf zu, dass wohl eine Schlägerei zwischen Stadionverbotlern und Pauli-Fans, mutmaßlich Mitgliedern der Ultras, in einer Kneipe außerhalb des Stadiongeländes Auslöser der Aktion gewesen sein soll. Nachdem die Polizei gegen die Stadionverbotler Betretungsverbot für das Hamburger Stadtgebiet ausgesprochen hatte, wollten offenbar große Teile der Berliner ihren Kollegen zur Seite stehen und aus Solidarität das Millerntor-Stadion verlassen.

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Allerdings lief die Aktion alles andere als reibungslos ab, da sich die örtliche Polizei den Berlinern in den Weg stellte. Bei der darauffolgenden Auseinandersetzung sollen Schlagstöcke und Pfefferspray zum Einsatz gekommen sein. Ein Polizist soll dabei leicht verletzt worden und in ein Krankenhaue eingeliefert worden sein, das er aber laut Polizei-Angaben nach ambulanter Behandlung wieder verlassen konnte. Ein Ordner soll zudem Pfefferspray ins Auge bekommen haben und wurde noch vor Ort behandelt.

Augenscheinlich ist es aber nicht bei diesen Verletzungen geblieben. So zeigen verschiedene Bilder im Netz, wie sich Union-Fans die Augen ausspülen und behandelt werden müssen. Zahlreiche Fans monieren zudem, dass die Polizei zumindest in Kauf genommen habe, dass die Lage eskaliere. Beim Einsatz im Block des Hamburger SV wegen eines Banners mit der Aufschrift „ACAB“ sah sich die Hamburger Polizei bereits mit den Vorwürfen eines unverhältnismäßigen Einsatzes konfrontiert.