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National

Polizei fordert weitere Maßnahmen gegen Gewalttäter

Autor: Florian Nussdorfer Veröffentlicht: 12. Juni 2014
Quelle: Jeronimo Ort

Erst im Mai hatte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) bei einer öffentlichen Anhörung im Bundestag zehn Positionen veröffentlicht, die für „friedlichen Fußball“ sorgen sollen. Nun fordert die Gewerkschaft in einer Mitteilung erneut, konsequentes Vorgehen gegen Fußball-Gewalttäter nicht zu verschleppen.

In einer weiteren Arbeitsgruppe wollen die Innenminister der Länder Maßnahmen gegen Gewalt im Fußball erarbeiten. In ihrer Mitteilung warnt die GdP jedoch „angesichts scheinbar unterschiedlicher Auffassungen der Länderinnenminister vor einer unnötigen Verschleppung konsequenter Maßnahmen gegen Gewalttäter.“

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„Auch eine neue Expertenrunde zur Fußballgewalt wird keine neuen Erkenntnisse bringen“, sagte der GdP-Bundesvorsitzende Oliver Malchow. „Fakt ist, dass es einen harten Kern von etwa 4.000 Gewalttätern im Fußball gibt. Diese Gruppe wird von den Vereinen, Sozialarbeitern oder der Polizei nicht mehr erreicht.“ Konkrete Maßnahmen müssten, so Malchow, aber bis zum Start der kommenden Profifußballsaison im August greifen. Wenn die Innenminister sich zu ihrer nächsten Konferenz im Spätherbst träfen, sei die Saison schon längst in vollem Gange.

Als Maßnahme gegen Gewalttäter fordert die Gewerkschaft, dass die sogenannte „Meldeauflage“ als Standardmaßnahme in die Polizeigesetze der Länder aufgenommen wird. Betroffene Personen müssten sich dann am Spieltag auf einer Polizeidienststelle in ihrer Heimatstadt melden – ein nicht unerheblicher Eingriff in die Grundrechte. Außerdem soll es künftig neben der Deutschen Bahn auch der Bundespolizei erlaubt sein, Personen das Betreten von Bahnhöfen oder das Benutzen von Zügen zu untersagen.

Die von DFB und DFL mit den Vereinen zuletzt vereinbarten Maßnahmen, wie Ticketentzug für Auswärtsspiele oder auf Täter umgelegte Geldstrafen, seien laut Malchow „ein Schritt in die richtige Richtung.“ Nachholbedarf sehe die GdP jedoch noch bei der Qualifizierung der Sicherheitskräfte in den Stadien.