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National

Platzsturm und Provokationen beim Südwest-Derby

Autor: Aaron Knopp Veröffentlicht: 11. Mai 2015
Quelle: imago

Ein letztlich nur angedeuteter Platzsturm, heimliche Vorstöße und jede Menge wechselseitiger Provokationen. Polizei und Ordnungskräfte wussten eine Eskalation zwar zu verhindern, dennoch war bei der Oberliga-Begegnung zwischen dem SSV Reutlingen und dem SSV Ulm ordentlich was gebacken.

Welchen Stellenwert die Partie für beide Parteien einnimmt, lässt sich allein an der Zuschauerzahl ablesen. Insgesamt 2.200 Zuschauer verfolgten das Spiel live im Stadion. Mit dazu beigetragen hatte auch, dass beide Fangruppen ihre einschlägigen Verbindungen nutzen. Mit tatkräftiger Unterstützung von 50 Fans aus Oberhausen sowie nach Polizeiangaben befreundeten Fans des 1. FC Nürnberg, VfR Aalen und des Eishockeyklubs ESV Kaufbeuren (SSV Ulm) auf der einen sowie des FC St. Gallen (SSV Reutlingen) auf der anderen Seite hatten sich beide für das Aufeinandertreffen gerüstet.

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Schon vor der Partie versuchten zum Teil vermummte Mitglieder der Fanfraktion Reutlingen/St. Gallen, über einen Schleichweg an den Gästeblock zu gelangen, was die Polizei am Stadion jedoch mithilfe von Schlagstöcken verhindern konnte. „Einen gehörigen Schreck verursachte die Aktion bei einer Gruppe von Kindern, die mit ihren Eltern auf den Einlass ins Stadion warteten, weil sie die Mannschaften aufs Spielfeld begleiten durften. Sie waren plötzlich mit dem Anblick einer auf sie zu rennenden Gruppe Maskierter konfrontiert. Verantwortliche des SSV Reutlingen konnte die Gruppe jedoch schnell ins Stadion einlassen“, berichtet die Polizei.

Während des Spiels gelang es schließlich Ulmer Fans, ein Tor zum Stadioninnenraum zu öffnen und an den Ordnern vorbei in Richtung der Reutlinger Fans vorzupreschen. Mehr als Provokationen waren auch auch hier nicht zu vernehmen. Ein Video dokumentiert den am Ende recht übersichtlichen Platzsturm.

Auch auf der Abreise sollen Fans aus beiden Lagern versucht haben, sich gegenseitig zu provozieren. Zu Zusammenstößen ist es aber offenbar nicht gekommen. Um die aufgenommenen Delikte etwas genauer als mit „zahlreich“ zu beziffern, bedürfe es noch weiterer Ermittlungen, betont die Polizei. Unter anderem geht es jedoch um Sachbeschädigung, versuchte Körperverletzung, Beleidigung und das Abbrennen von Pyrotechnik im Stadion.