Anzeige

National

Pfefferspray-Einsatz: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Polizisten

Autor: fanzeit Veröffentlicht: 17. März 2016
Quelle: Jeronimo Ort

Vor dem Europa-League-Spiel von Borussia Dortmund gegen Tottenham Hotspur am vergangenen Donnerstag kam es am Einlass zum Gästebereich zu Tumulten. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen einen Polizisten wegen des Anfangsverdachts des unzulässigen Einsatzes von Pfefferspray. 

Am Abend der Begegnung war ein ein Großteil der englischen Fans erst kurz vor dem Anstoß am Dortmunder Westfalenstadion angelangt. In chaotischen Szenen hatten Ordner die Zugangstore zunächst geschlossen und anschließend wieder geöffnet. Dabei kam es zu vereinzelten Auseinandersetzungen zwischen Ordnern und Fans. Die hinzugerufene Poliezi setzte Pfefferspray und Schlagstock ein, „um ein unkontrolliertes Eindringen der Anhänger von Tottenham zu unterbinden“, wie es im Polizeibericht heißt.

Anzeige

Für einen der Beamten hat dieser Einsatz nun ein juristisches Nachspiel: Hinsichtlich des Einsatzes von Pfefferspray hätten die bisherigen Untersuchungen dazu geführt, dass gegen einen Polizeibeamten wegen des Anfangsverdachts des unzulässigen Einsatzes von Pfefferspray ermittelt wird. Hierzu hat die Dortmunder Polizei die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Darüber hinaus macht die Polizei in einer Mitteilung die späte Anreise der englischen Fans zum Stadion für die chaotische Situation am Einlass verantwortlich. Vorwürfe, dass die Beamten die Fans zu falschen Eingängen geleitet hätten, weist die Polizei zurück: „Der Weg zum und in das Stadion ist wie an anderen Veranstaltungsorten und wie in anderen Ländern auch den Gästefans in der Regel selbst überlassen. An größere Personenansammlungen werden Polizeikräfte herangeführt, sie werden ggf. begleitet, jedoch nicht geleitet.“

Bei den Tumulten am Einlass waren 17 englische Fans, fünf Ordner sowie ein Polizist verletzt worden. „Ich fahre seit den späten siebziger Jahren zum Fußball und dies war eine der schlimmsten Erfahrungen, die ich in einem Stadion machen musste“, sagte Martin Cloake, stellvertretender Vorsitzender des Tottenham Hotspur Supporters’ Trust im Anschluss an die Ereignisse dem englischen Guardian.