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International

Petition soll Schiedsrichter wieder pfeifen lassen

Autor: Moritz Gutscher Veröffentlicht: 20. Juni 2014
Quelle: imago

Halil İbrahim Dinçdağ ist Schiedsrichter, pfiff unter anderem in der zweiten türkischen Liga. Halil İbrahim Dinçdağ ist zudem schwul. Seit 2008 darf er keine Spiele mehr leiten und musste sogar den Verband verlassen. Dinçdağ klagte aufgrund von Diskriminierung, die Urteilsverkündung wurde mehrfach vertagt. Nun wurde eine Petition ins Leben gerufen.

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Laut Verbandsregeln müssen Schiedsrichter ihren Militärdienst absolvieren. Dazu kam Dinçdağ jedoch nie, er wurde wegen „psychosexueller Störungen“ ausgemustert. Anschließend suspendierte der türkische Verband den Spielleiter, es folgte ein Zwangs-Outing, seine Homosexualität wurde Teil der medialen Debatte. Der offizielle Grund für die Suspendierung war freilich nicht seine sexuelle Orientierung, man bezeichnete ihn öffentlich „als Schiedsrichter ohne Talent und Aussicht auf einen Aufstieg in die erstklassige Süper Lig“. Wenig später verlor Dinçdağ auch seinen Job als Radiomoderator. Bis heute darf er in der Türkei keine Spiele mehr leiten.

Dinçdağ klagte gegen den Verband, der vertrauliche Unterlagen an die Presse weitergegeben haben soll, ein Ergebnis des Verfahrens steht immer noch aus, im Juli könnte es zu einer Verkündigung kommen. Mittlerweile wurde auch eine Petition gestartet, die den Schiedsrichter, der seit 2008 nur einige Freundschaftsspiele pfeifen konnte, wieder zu rehabilitieren. Das Ersuchen fordert „Volle Kraft für fairen Fußball!“ und spricht sich gegen die Diskriminierung nicht-heterosexueller Menschen aus, ob in der Kurve oder auf dem Platz.

 moG